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Nach Doppelpunkt: groß oder klein?
Geschrieben am 14. August 2009 28 KommentareHeute mal ein vergleichsweise einfaches Thema - die Regeln sind hier sehr leicht zu merken. Oft taucht die Frage auf, ob nach einem Doppelpunkt groß- oder kleingeschrieben werden muss. Nun, es kommt darauf an. Wenn nach dem Doppelpunkt eine direkte Rede kommt, muss natürlich immer großgeschrieben werden, egal, ob es sich um einen vollständigen Satz handelt oder nicht. Beispiele:
Sie sagte: “Morgen gehe ich einkaufen.”
Wir riefen: “Na endlich!”In allen anderen Fällen wird großgeschrieben, wenn nach dem Doppelpunkt ein selbstständiger Satz (also mit Subjekt und Verb) steht - wenn nicht, wird kleingeschrieben. Es sei denn, das erste Wort ist ein Substantiv. Also:
Ende: gegen 20 Uhr.
Erklärung: “gegen 20 Uhr” ist kein vollständiger Satz (kein Verb, kein Subjekt), also Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt.Dirigent: Sir Simon Rattle.
Erklärung: “Sir Simon Rattle” ist natürlich kein vollständiger Satz, aber Substantive schreibt man eben immer groß.Wie sagt man so schön: Alles Negative hat etwas Positives.
Erklärung: “Alles Negative hat etwas Positives” ist ein vollständiger Satz, deshalb wird “alles” hier großgeschrieben.Groß-/Kleinschreibung, Zeichensetzung Groß- oder Kleinschreibung nach Doppelpunkt, Interpunktion, Satzteil, Satzzeichen, vollständige SätzeWenn Sie meine Beiträge gut finden und der Meinung sind, dass kostenlos zur Verfügung gestellter, qualitativ hochwertiger Content honoriert werden soll, können Sie per Mausklick über Flattr einen kleinen Beitrag in meine Serverkasse fließen lassen. Vielen Dank dafür! Für weitere Informationen klicken Sie hier ...
Antworten zu “Nach Doppelpunkt: groß oder klein?”

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Hallo,
ein sehr schöner Beitrag, meinen Glückwunsch!
Eine kurze Frage hätte ich dazu trotzdem noch: Gilt ein Imperativsatz in diesem Fall auch als “vollständiger Satz”?
Zum Beispiel:
“Ich gebe Ihnen einen Rat: Treiben Sie Sport!”
Ich nehme an, “treiben” wäre in diesem Fall großzuschreiben. Stimmt dies?
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Etienne D. 27. April 2010 um 10:52
Vielen Dank für die sehr hilfreichen Ratschläge, hat mir bei meinen Deutschaufsätzen sehr geholfen. Jetzt kann die Matura kommen!
Da ich auch auf Wikipedia nach dieser Information geschaut habe ist mir folgendes aufgefallen. Auf der Wikipediaseite der Neuerungen der deutschen Rechtschreibreform von 1996 steht beim Unterpunkt “Doppelpunkt” nur folgender Satz: “Nach dem Doppelpunkt ist die Groß- und Kleinschreibung freigegeben. (In traditioneller Schreibung wurde zwischen Ankündigung und Zusammenfassung/Folgerung unterschieden).” Ich habe zwar nicht den ganzen Artikel gelesen, aber ich denke, dass wenn sie diesen Text auf Wikipedia veröffentlichen würden wäre das ein großer Gewinn. (Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Neuerungen_der_deutschen_Rechtschreibreform_von_1996#Doppelpunkt )
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Jürgen Katz 17. Mai 2010 um 16:17
Habe eine Frage zur Groß-/Kleinschreibung bei folgender
Headline:Klare Verhältnisse: die Finanzierung der Diakonie
Ist das so richtig oder falsch??
Vielen Dank für eine schnelle Antwort.
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Manuel Martin 6. Juni 2010 um 12:59
Hallo! Ich hätte auch eine Frage. Wie sieht’s aus mit diesem Beispiel?
…lass uns mit einer Frage anfangen: Warum Grammatik lernen? …
Wie soll man “warum” schreiben?
Danke!!
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Liebe Dagmar,
ich bin erst jetzt auf Deine Seite gestossten, weil ein Problem mit der Groß-/Kleinschreibung nach Doppelpunkt auftauchte, und da entdeckte ich diesen Satz von Dir, über den ich stolperte:
“Die Info auf Wikipedia ist laut meinem Wissensstand Quatsch…”
Muss da nicht der Genitiv hin??
Zur Info: ich bin k e i n e Expertin, hab aber viel mit Texten zu tun und daher einfach nur wissbegierig…Viele Grüße,
Doro -
Hallo Dagmar,
vielen Dank für die gute Erklärung! Die Doppelpunkt-Regel scheine ich in der Schule verpasst zu haben… *räusper*
Jetzt bin ich inzwischen etwas weiter in meinem Leben und schreibe meine Master-Thesis. Dank der obigen Erklärungen konnte ich auch fast alle Lücken in meiner Grammatik füllen. Trotzdem bin ich durch und durch Wirtschaftswissenschaftler und kein Germanistiker. Jetzt bin ich mir noch in zwei Punkten wegen der Groß- bzw. Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt etwas unsicher.
Gelten die unteren Sätze nach dem Doppelpunkt jeweils als eigenständig, habe ich die Regel jetzt richtig angewendet? Ich weiß, Subjekt, Prädikat und Objekt müssen drin sein… Aber auch ohne Grammatik-Kenntnisse konnte ich mich bisher mit guten Noten durch die deutschen primären, sekundären und tertiären Bildungseinrichtungen schummeln *leichte Rotfärbung im Gesicht*
Es gilt jedoch zu bedenken: Je höher das Absicherungsniveau und die Volatilität, desto höher ist auch der Preis der Option.
Diese Erkenntnis ist nicht neu, dennoch beinhaltet sie eine wesentliche Information: spezielle Mandanten haben auch spezielle Anforderungen.
Es wäre super lieb, wenn du mir vl kurz helfen könntest
Liebe Grüße aus Aachen
Jan
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Und warum habt ihr das in Wikipedia nicht korrigiert? Jeder kann unangemeldet Verbesserungen vornehmen, ich habe das mal erledigt (ebenfalls sind dort gute Rechtschreibkontrolleure sehr gefragt, dort kann man genug allgemeinnützig Rechtschreibfehler korrigieren ;)) Die gleichgültige Regel stammte noch von 1996.
LG
ein Wikipedianer…
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Petra 8. Juni 2011 um 15:50
Hallo,
die Beiträge sind zwar schon etwas länger her, aber ich bin erst jetzt darauf gestoßen und möchte vermerken, dass es ja noch immer eine Ausnahme gibt (leider). Es ist nicht immer so, dass, wenn ein vollständiger Satz folgt (Subjekt + Verb), zwangsweise Großschreibung erfolgt.Die Duden-Regel 93 Punkt 2. besagt:
Nach einem Doppelpunkt kann groß- oder kleingeschrieben werden, wenn der folgende Satz (wie ein Teilsatz) auch mit Gedankenstrich oder Komma angeschlossen werden könnte.
* Das Haus, die Wirtschaftsgebäude, die Stallungen: Alles oder alles war den Flammen zum Opfer gefallen. (Denn man könnte auch schreiben: Das Haus, die Wirtschaftsgebäude, die Stallungen ‒ alles war den Flammen zum Opfer gefallen.)
Muss man demnach z.B. in folgenden Sätzen die Kleinschreibung korrigieren?
Der Wutausbruch verkörpert seine Einstellung: die des Menschen, der alles hat und sich alles erlaubt.
oder was ist mit dem Satz:
Er verkörpert, was er auch predigt: den gütigen Menschen, der immer zu helfen bereit ist.Ich wäre über einen Rat, wie man hier mit der Großschreibung nach Doppelpunkt umgeht, sehr dankbar!
Danke, Petra -
Peter 22. Juni 2011 um 17:16
Hallo Dagmar und die anderen,
ich habe die Doppelpunktregelung immer noch nicht ganz verstanden, kannst du mir Bitte weiterhelfen in den nächsten dreo Beispielsätzen:1. Das NT verdeutlicht zunächst, dass Christus und die Gemeinde letzlich den Auftrag erfüllt haben, bei dem zuvor Adam, Noah und Israel versagten: den Tempel und mit ihm die Gegenwart Gottes über die ganze Welt zu verbreiten.
Frage: Schreibt man “den” nach dem Doppelpunkt groß oder klein?
2. Seine Gegenwart wird sie befähigen, den großen Missionsbefehl auszuführen: sich die Erde untertan zu machen und sie mit der Gegenwart Gottes zu erfüllen.
Frage: Schreibt man “sich” nach dem Doppelpunkt groß oder klein?
3. Die an Eden erinnernde Bildersprache, mit der in Offb 22,1-3 die künftige Tempelstadtbeschrieben wird, verdeutlicht ebenfalls: Der Bau des Tempels, der in 1Mo 2 begonnen, aber aufgegeben wurde, wird in Chrsitus und seinem Volk wieder aufgenommen werden.
Frage: Schreibt man “Der” nach dem Doppelpunkt groß oder klein?
Eine Bitte: Könntest du mir nochmals kurz die Doppelpunktregelung erklären, ohne Fachwörter? Bitte, bitte…
Vielen Dank im voraus
Peter
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Silvia 17. November 2011 um 12:52
Hallo Petra,
wie sieht es denn aus nach dem Doppelpunkt bei einer Aufzählung?
z.B. übersende ich folgende Unterlagen:
1. berichtigter Aufsatz,
2. Angebot,
3. uswLieben Gruß
Silvia -
Silvia 17. November 2011 um 12:53
Entschuldigung….ich meinte natürlich Dagmar nicht Petra
Bitte vielmals um Entschuldigung
Silvia
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Birgit 26. Januar 2012 um 23:44
Soeben auf Präsentationsfolien eines Schulrektors gesichtet:
Es gibt nichts Gutes
Außer: man tut es!Ich zähle 3 Fehler.
Richtig? -
Birgit 29. Januar 2012 um 01:23
Wenn man den zweiten Satzteil unbedingt hervorheben möchte, könnte man ihn m.E. setzen. Aber dann sollte es nach dem Doppelpunkt groß weitergehen, oder?
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Hallo Birgit,
ja, wenn der Doppelpunkt nach “außer” stehen soll, müsste danach großgeschrieben werden. Ich finde einen Doppelpunkt allerdings wie erwähnt nicht sinnvoll. Eine gute Lösung wäre auch ein Gedankenstrich.
LG
Dagmar
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Michael 21. April 2010 um 12:54