Tipps von der Deutsch-Expertin
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  • Ich habe Angst, aber mir wird angst. Warum?

    Geschrieben am 8. September 2009 Dagmar Jenner 3 Kommentare

    Wie ich an dieser Stelle schon öfters erwähnt habe, werden Substantive (mit wenigen Ausnahmen) viel konsequenter großgeschrieben als vor der Reform - was sehr einleuchtend ist.

    Diese Regel wird auch beim Wort Angst durchgezogen, nur gibt es hier eine Falle - man/frau muss erkennen können, ob es sich tatsächlich um ein Substantiv oder um ein Adjektiv handelt. Im ersteren Fall wird natürlich großgeschrieben, im zweiten kleingeschrieben.

    Beispiele:

    Substantiv: Ich habe Angst. Du machst mir Angst. Sie musste tausend Ängste durchstehen.
    Adjektiv: Mir ist angst. Ihr wird immer ganz angst [und bange].

    Beim zweiten Fall könnte das Wort angst z.B. durch kalt, heiß etc. ersetzt werden - und ist somit ein Adjektiv, das kleingeschrieben werden muss. Da Angst weit häufiger als Substantiv als als Adjektiv verwendet wird, liegt man mit der Großschreibung in den allermeisten Fällen richtig.

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    Antworten zu “Ich habe Angst, aber mir wird angst. Warum?” RSS Icon

    • Guten Abend,

      ich habe mir Ihren Blogeintrag durchgelesen und habe eine Frage (und würde Sie höflichst darum bitten, bei Gelegenheit zu recherchieren).
      Ist die Form “Ich habe kalt.” (regional) erlaubt.

      Ich weiß, dass diese Form in von Italienisch und Französisch beinflussten Gegenden häufig gebraucht wird, doch weiß ich nicht, ob dies in diesen Regionen als richtig angesehen werden kann. Meine Deutschlehrerin behauptet das, doch zweifle ich stark an der Richtigkeit ihrer Aussage.
      Sie hat mir gesagt, diese Form stünde in der neuesten Duden-Auflage.

      Liebe Grüße
      Vincent Lycoops

    • Hallo Vincent,

      für mich war das auf den ersten Blick auch ein ganz klarer Gallizismus. Es war interessant, auf Facebook zu erfahren, dass diese Formulierung in der Schweiz üblich ist. In meinen Dudenbänden finde ich allerdings keinen Hinweis darauf. Ich habe die 24. Ausgabe des Duden. Mittlerweile gibt es auch eine 25., in der es aber keine Änderungen der Rechtschreibung gibt. Ich kann also nicht sagen, was unter dem Lexem “kalt” in der 25. Ausgabe steht. Allerdings würde es mich sehr wundern, wenn da “ich habe kalt” angeführt wäre.

      Ich habe den Eindruck, dass sich da deine Lehrerin in etwas hineingeredet hat, aus dem sie schwer wieder herauskommt. Vielleicht übst du dich einfach in ein wenig Nachsicht ihr gegenüber.

      Abschließend: In meinem Sprachverständnis ist “ich habe kalt” nicht korrekt und auf jeden Fall kein Standarddeutsch.

      Schöne Grüße
      Dagmar

    • Ich danke Ihnen für diese schnelle Antwort.
      Ich werde diese Information nun auf meinem “Gängige Fehler in Ostbelgien”-Dokument hinzufügen. (In Ostbelgien wird von etwa 90000 Menschen Deutsch gesprochen.)
      Was die Nachsicht angeht: Ich weiß, wer am längeren Hebel sitzt und werde sie nicht auf ihren Fehler aufmerksam machen.


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