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  • Die Stellung des Reflexivpronomens “sich”

    Geschrieben am 5. November 2009 Dagmar Jenner 2 Kommentare

    Vor kurzem wurde mir die knifflige Frage gestellt, ob es zwischen Deutschland und Österreich Unterschiede bei der Positionierung des Reflexivpronomens sich gäbe. Darauf wusste ich keine Antwort, zumal es sich hier weniger um eine orthografische als um eine grammatikalische Frage handelt. Der Grammatik-Duden weiß natürlich Bescheid, liefert aber keinerlei Hinweise auf eine unterschiedliche Verwendung in Österreich und Deutschland.

    Im heutigen Sprachgebrauch wird das Reflexivpronomen sich möglichst weit nach vorne gezogen. Im Nebensatz steht es also nach dem Einleitewort und im Hauptsatz nach dem Verb:

    Sich im Nebensatz: Das Publikum klatschte, als sich der Künstler verbeugte.
    Sich im Hauptsatz: Heute hat sich meine Freundin verletzt.

    Häufig wird eine andere Wortstellung verwendet – auch diese Möglichkeit ist erlaubt, wobei diese Variante hauptsächlich in der geschriebenen Sprache verwendet wird und weniger in der gesprochenen:

    Sich im Nebensatz: Das Publikum klatschte, als der Künstler sich verbeugte.
    Sich im Hauptsatz: Heute hat meine Freundin sich verletzt.

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    Antworten zu “Die Stellung des Reflexivpronomens “sich”” RSS Icon

    • Hallo. In Wien las ich mal in der Straßenbahn: “Bitte sich festzuhalten”. Vielleicht ist das ja ein kleiner Hinweis auf die unterschiedliche Positionierung/Verwendung des Reflexivpronomens im Nachbarland.

    • Interessante Beobachtung – auch ich staune täglich wieder über diese eigenartige Formulierung, die wohl noch aus den Zeiten der Monarchie stammt. Seltsam ist hier meines Erachtens nicht die Stellung des Reflexivpronomens, sondern eher die Tatsache, dass das Verb “festhalten” reflexiv und in Kombination mit dem Infinitiv mit “zu” verwendet wird. Viel schöner wäre es doch zu sagen: “Bitte festhalten”. Oder: “Bitte halten Sie sich fest”.


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