Tipps von der Deutsch-Expertin
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  • Substantivierte Infinitive und Adjektive

    Geschrieben am 17. Januar 2010 Dagmar Jenner 10 Kommentare

    Substantivierungen sorgen stets für große Probleme bei der Rechtschreibung.

    Fangen wir am Anfang an: Ein Substantiv ist bekanntlich ein Hauptwort wie Schreibtisch, Fitnessstudio und Luft. Die sind in der Regel daran erkennbar, dass der Artikel der, die oder das davorsteht.

    Nun gibt es aber auch die Möglichkeit, Verben (also Zeitwörter) und Adjektive (also Eigenschaftswörter) substantivisch zu gebrauchen. In diesem Fall steht auch ein Artikel vor dem Verb und/oder dem Adjektiv (die Substantivierung gilt auch bei vorangestellten Präpositionen und anderen Wörtern, aber das lassen wir mal beiseite). Substantivierte Verben und Adjektive werden stets großgeschrieben.

    Beim Verb kann nur die Grundform, also der Infinitiv, substantiviert werden. Das sieht dann beispielsweise so aus:

    Infinitiv des Verbs: tanzen.
    Beispielsatz mit Infinitiv: Maria geht gerne tanzen.

    Die Substantivierung des Verbs tanzen sieht so aus:
    das Tanzen
    Beispielsatz mit substantiviertem Infinitiv: Maria liebt das Tanzen.

    Besonders knifflige Fälle der Substantivierung von Infinitiven können Sie hier nachlesen.

    Und nun zum Adjektiv.

    Grundform des Adjektivs: gut.
    Beispielsatz mit Adjektiv: Das Brot ist gut. (prädikative Verwendung des Adjektivs)
    Das gute Brot ist leider ausverkauft. (attributive Verwendung des Adjektivs)

    Die Substantivierung sieht so aus:
    das Gute
    Beispielsatz mit substantiviertem Adjektiv: Das Gute an diesem Brot sind die vielen Körner.

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    Antworten zu “Substantivierte Infinitive und Adjektive” RSS Icon

    • Hallo,

      ich habe keine andere Möglichkeit gefunden, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
      Mir gefällt dieser Blog sehr gut. Aber auch hier hat sich wohl ein Fehlerteufel eingeschlichen ;-)

      …Die allermeisten Fehler…

      Das Superlativ heißt: die meisten Fehler. Die “allermeisten” gibt es nicht! Oder nach der Rechtschreibreform dann doch?

      Ja, ja die Reform. Ich will mal polarisieren. Die Reform wurde gemacht, damit auch die Abiturienten es endlich schaffen, gutes Deutsch zu schreiben. Lange vor der Reform haben das zwar auch schon Volksschüler geschafft. Aber um in unserem Land die Chancengleichheit zu forcieren, wurde das Niveau eben angepaßt. Natürlich abgesenkt. Nun muß keiner mehr überlegen, daß das so schwierig ist, daß das daß in diesem Fall mit ß geschrieben wird.

      Daß das alles gut wird, hofft (mit Ihnen)

      Hermann

    • Hallo Hermann,

      wie viele Möglichkeiten, einen Kommentar zu hinterlassen, hätten Sie denn gerne? Ich denke, eine reicht.

      Leider irren Sie sich in Sachen Fehlerteufel. Selbstverständlich gibt es den verstärkenden Superlativ, gebildet durch das Vorsetzen von “aller-”, “alleraller-”, “weitaus”, “bei weitem” oder “denkbar”. Nachzulesen unter anderem im Grammatik-Duden unter “Adjektiv”. Das hat übrigens überhaupt nichts mit der Rechtschreibreform zu tun, sondern war schon immer so.

      Beste Grüße
      Dagmar Jenner

    • Hallo Frau Jenner,
      :-)
      siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Superlativ

      Der Superlativ…ist der höchste Steigerungsgrad…der Eigenschaftswörter. Zum Ausdruck kommt die größtmögliche Teilhabe an einer Eigenschaft. Viele Sprachen…verwenden den Superlativ innerhalb der Komparation (lat.: vergleichen), um einen graduellen Unterschied zwischen mindestens drei Vergleichswerten zu beschreiben, wobei der Superlativ den Wert mit dem höchsten Grad markiert.

      Beispiele :

      * Anton rennt von allen Schülern am schnellsten
      * Der höchste Berg in Asien ist der Mount Everest.

      Werden jedoch keine Vergleichswerte im Satz benannt und der Superlativ drückt lediglich eine Betonung aus, dann entspricht der Superlativ dem Elativ, also dem absoluten Superlativ…

      Beispiele :

      * Der mit Abstand höchste Berg ist der Mount Everest
      * Anton rennt am allerschnellsten

      Die allermeisten Fehler, die tagtäglich gemacht werden, haben nichts mit der Rechtschreibreform zu tun.

      Frau Jenner, Sie benennen einen Vergleichswert….die tagtäglich gemacht werden…
      Also m. E. nicht die allermeisten Fehler sondern die meisten Fehler..

      Ich gebe zu, das alles ist sehr akademisch, aber es macht Spaß. Hat auch wirklich nichts mit der Schreibreform zu tun.

      Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und grüße Sie herzlich.
      Hermann Schwiebert

      P.S. Ihr Blog ist wirklich sehr lehrreich. Gleichwohl habe ich die Kommentarmöglichkeit hier immer noch nicht entdeckt.

    • Hallo Herr Schwiebert,

      ich verstehe das nicht: Sie hinterlassen Kommentare und schreiben gleichzeitig, dass Sie die Kommentarfunktion nicht finden. Oder meinen Sie mit “Kommentarfunktion” etwas gänzlich anderes?

      Besonders als Wissenschaftlerin halte ich eine Diskussion, die sich ausschließlich auf Wikipedia-Artikel stützt, für nicht besonders akademisch. Außerdem verwechseln Sie den Superlativ in Vergleichskonstruktionen mit dem Elativ. Der Elativ sieht folgendermaßen aus und drückt nicht den höchsten Wert aus, sondern nur einen (vergleichsweise) hohen Wert (Grammatik-Duden 2005, Seite 380):

      “bei bester Gesundheit”, “in tiefster Trauer”, “mit modernsten Maschinen”

      Hierbei handelt es sich laut Duden um eine “besondere Gebrauchsweise des Superlativs”.

      Ihr Beispiel “der höchste Berg der Welt” ist ein klassischer Superlativ und keineswegs ein Elativ. Wer möchte, kann genauso gut “der allerhöchste Berg der Welt” sagen, womit sich der Kreis zur gestrigen Diskussion schließt.

      Schöne Grüße
      Dagmar Jenner

    • Möglicherweise ist mit der fehlenden “Kommentarfunktion” ein fehlendes Kontaktformular gemeint?

    • Hallo Frau Jenner,

      mir macht es auch Spaß, mit Ihnen zu plaudern. In der Tat, es ist so, wie Sie es dargestellt haben. Sie sind wirklich gut, und Sie verstehen etwas von Ihrer Profession. Im Gegensatz zu manchem Deutschlehrer! Ein ehrliches Bravo!

      Ich war lange Jahre im Bankgeschäft tätig. Hier mußte ich feststellen, daß das Niveau der Auszubildenden (trotz Abitur) sich von Jahr zu Jahr verschlechterte.
      Kommaregeln werden gar nicht mehr beherrscht. Schlimmer ist, daß die jungen Leute es nicht mehr schaffen, ihre Gedanken für den Empfäger verständlich zu Papier zu bringen.

      Kommentarfunktion: Ich hatte versucht, einen Kommentar an einer neutralen Stelle zu hinterlegen. Also nicht themengebunden. Etwa auf der Seite “Autorin”.

      Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
      Hermann Schwiebert

    • Guten Abend Herr Schwiebert,

      vielen Dank für diese netten Zeilen! Es freut mich, dass Sie meinen Blog hilfreich finden.

      Auch ich bin der Meinung, dass das Bildungsniveau im Allgemeinen und das Rechtschreib-Niveau im Besonderen auf dem absteigenden Ast sind. Zu meiner Schulzeit, die gar nicht allzu lange her ist, war korrekte Rechtschreibung Ehrensache. Heute gilt das Motto: Hauptsache, der Inhalt wird transportiert (und auch das gelingt zunehmend schlechter). Ich halte das natürlich für eine sehr bedauerliche Entwicklung.

      Wenn ich allerdings sehe, dass bis zu 2.000 Leute täglich meinen Blog lesen, stimmt mich das zuversichtlich. Es gibt also da draußen doch eine Minderheit, der gute Rechtschreibung ein großes Anliegen ist. Und Sie sind einer davon :)

      Ich werde Ihren Wunsch nach einer Kontaktmöglichkeit auf der Seite “Autorin” beherzigen und den Webmaster meines Vertrauens bitten, ein Kontaktformular einzubauen.

      Beste Grüße und bis bald
      Dagmar Jenner

    • Frau Jenner, ich grüße Sie ;-) ,

      es ist aber auch verzwickt. Ich komme von Ihrer Seite nicht weg. Ich möchte immer nur mal kurz schauen. Dann verirre ich mich. Meine Neugier ist größer als meine Zeit erlaubt.

      Mein Abitur habe ich 1979 gemacht, 2. Bildungsweg. In der Volksschule war ich zu faul, es gab so wichtige Sachen, (Beatles, Mädchen) da war zum Lernen einfach keine Zeit. Aber auf der Volkshochschule war ich dann reif genug, um mit Interesse täglich zum Abendunterricht zu gehen. Zwei Jahre für den Realschulabschluß, dann folgten drei Jahre für das Abitur. Anschließend habe ich den Tischlerberuf aufgegeben und Bankkaufmann gelernt. Fortbildungen gemacht, Betriebswirtschaft studiert an der Fernhochschule Hagen…Wenn jemand neugierig ist, kann das Lernen wie eine Sucht sein. Nun bin ich Rentner…

      Ich habe allerdings nie gelernt, die Wörter und Satzteile korrekt beim lateinischen Nammen zu nennen. Für mich sind es Eigenschaftswörter, Hauptsätze, Nebensätze…Trotzdem habe ich es immer wieder geschafft, gegen verschiedene Deutschlehrer Wetten zu gewinnen hinsichtlich Kommaregeln…

      So, jetzt habe ich mich auch wieder hier verschnackt…

      Ich wünsche Ihnen ein schönes entspannendes Wochenende. Und nehmen Sie Ihren Blog aus dem Netz. Ich möchte mich wieder auch anderen Dingen zuwenden können. Sonst müssen Sie meinen Therapeuten bezahlen (wegen Entzugserscheinung).

      Ganz liebe Grüße

      Hermann Schwiebert

    • Lieber Herr Schwiebert,

      über Ihre netten Zeilen habe ich mich sehr gefreut. Wie schön, dass Sie sich auf dieser Seite gut informiert fühlen, auch wenn Sie die Reform nicht unbedingt befürworten :)

      Nur einem Wunsch kann ich leider nicht nachkommen, nämlich dem, die Website offline zu stellen. Ich bin nämlich selbst ganz süchtig nach dem Posten und außerdem hätte mein Webmaster was dagegen.

      Wenn ich dran denke, schreibe ich übrigens die deutsche Bezeichnung zu den grammatikalischen Begriffen dazu. Danke für den Tipp.

      Auf baldiges Wiederlesen
      Dagmar Jenner


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