Tipps von der Deutsch-Expertin
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  • Hochdeutsch gesucht!

    Geschrieben am 7. Juli 2010 Dagmar Jenner 6 Kommentare

    Kürzlich grübelte ich mit einer Gleichgesinnten über die umgangssprachliche Formulierung “er ist ein bisschen ein Schlitzohr”, die uns beiden sehr gut gefällt. Es galt, diese Formulierung für einen Text ins Hochdeutsche zu transportieren. Leider fiel uns nichts entsprechend Pfiffiges ein. Kann jemand helfen? Oder seid ihr der Meinung, dass diese Formulierung durchaus auch in einem druckreifen Text vorkommen kann/soll/darf? Es handelt sich dabei um die Niederschrift einer Lebensgeschichte. Vorschläge jederzeit willkommen! Danke im Voraus und … Kopf hoch wegen der WM!

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    Antworten zu “Hochdeutsch gesucht!” RSS Icon

    • hallo,

      ich finde die Formulierung eigentlich auch für einen gedruckten Text in Ordnung - habe ein bisschen recherchiert: auch der Duden kennt das Wort “Schlitzohr” (Schlitz|ohr, das) …da der Phrase ein bisschen der Gesamtkontext fehlt, ist es etwas schwierig eine passende Alternativformulierung zu finden, aber ich gehe mal davon aus, dass sich das mit dem “Schlitzohr” in irgendeiner Form auf den Lebenswandel der Person bezieht: vielleicht passt so was in der Art wie “mit kleinen Betrügereien/Tricksereien durchs Leben manövieren” (oder ist das zu negativ?) …

    • In der Tat eine schöne Forumulierung - bei uns in Franken hieße das “a weng a Schlitzohr”.

      Passt die Wendung “ein bisschen ein Schlitzohr” in die hochdeutsche Schriftsprache? Ich bin mir da auch nicht ganz sicher. Nach einigem Hin und Her halte ich sie aber durchaus auch für druckreif.

      Mögliche Alternativen hängen natürlich stark (oder “ein bisschen”?) vom weiteren Kontext ab, aber was mir im Moment so einfällt, sind folgende Wendungen:

      er hat etwas von einem Schlitzohr
      er hat eine leicht schlitzohrige Art
      er kann durchaus ein Schlitzohr sein
      manchmal ist er ein richtiges Schlitzohr

      Alles noch nicht so das Gelbe vom Ei, aber vielleicht bringt es den Ball ja etwas ins Rollen.

      PS: Ganz ähnlich verhält es sich vermutlich auch mit der Formulierung am anderen Ende der Skala: “Er ist ein ganz schönes Schlitzohr” (oder auch “er ist ganz schön ein Schlitzohr”) - eine schöne umgangssprachliche Wendung, bei der mir die Übertragung ins Hochdeutsche auch schwer fällt.

    • Ich würde auch zu “er hat etwas von einem Schlitzohr” raten.

    • Er ist ein kleines Schlitzohr!

      Einfach, aber so passt es auf hochdeutsch.

      PS: er hat etwas von einem Schlitzohr - klingt mir persönlich zu gestelzt

    • Hallo allerseits,

      vielen lieben Dank für eure Vorschläge! Auch in der Facebook-Gruppe “Gute Rechtschreibung” gab es dazu einen regen Austausch. Mein derzeitiger Favorit ist “er ist ein bisschen schlitzohrig”. “Er hat etwas von einem Schlitzohr” gefällt mir auch recht gut, während “er ist ein kleines Schlitzohr” in diesem konkreten Fall (es geht ja um einen echten Menschen) zu verharmlosend wäre.

      LG an alle und bis bald
      Dagmar

    • …mich stört „ein bisschen“ im Zusammenhang einer Lebensgeschichte. Vielleicht wäre „Er war schon auch ein Schlitzohr“ oder weniger stark: „Er war schon auch schlitzohrig“ eine Alternative.


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