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Auf den Hund gekommen
Geschrieben am 7. September 2010 3 KommentareWie auf diesen Seiten und den Kommentaren zu den einzelnen Beiträgen wiederholt festgestellt, ist Sprache nichts Statisches, sondern etwas, das sich ständig weiterentwickelt. Während ich beileibe nicht dafür plädiere, gängige, aber völlig falsche Schreibweisen und Formulierungen à la *gut, das ich das weiß als Weiterentwicklung der Sprache zu akzeptieren, gibt es gelegentlich Wörter, die zusätzlich zu ihrer ursprünglichen Bedeutung eine neue dazubekommen haben.
Ein Beispiel dafür scheint mir die Verwendung des Verbs adoptieren zu sein. Bis vor kurzem kannte ich es ausschließlich in Zusammenhang mit Babys (früher Babies geschrieben). Gleichzeitig war mir aufgefallen, dass Deutschsprachige, die schon lange in einem englischsprachigen Land leben, adoptieren auch in Zusammenhang mit Hunden oder Katzen vom Tierheim etc. verwenden, in Anlehnung an to adopt a pet, was im Englischen ja völlig korrekt ist. Ich musste über die Formulierung ich habe einen Hund adoptiert oft schmunzeln, weil sie mir im Deutschen einfach nicht auf Tiere anwendbar erschien. In letzter Zeit habe ich aber auf Websites von Tierheimen wiederholt genau diesen Ausdruck gelesen: Adoptieren Sie einen Hund oder eine Katze.
Wie klingt das in euren Ohren? Wie eine falsche Übersetzung aus dem Englischen oder wie neumodisches, aber akzeptables Deutsch? Der Duden kennt, das nur am Rande, lediglich die Bedeutung mit den Babys.
Allgemein Bedeutung adoptieren, Hund adoptieren, Katze adoptieren, Sprachwandel, Tiere adoptieren, to adopt a petWenn Sie meine Beiträge gut finden und der Meinung sind, dass kostenlos zur Verfügung gestellter, qualitativ hochwertiger Content honoriert werden soll, können Sie per Mausklick über Flattr einen kleinen Beitrag in meine Serverkasse fließen lassen. Vielen Dank dafür! Für weitere Informationen klicken Sie hier ...
Antworten zu “Auf den Hund gekommen”

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Mir fällt das gar nicht mehr weiter auf – so viele Leute reden (und schreiben) von Haustieren in einer Weise, dass ich immer erst mal drüber nachdenken muss, ob das nun Kinder oder Viecher sind…
Aber zur Sache: Die Übertragung von “Adoption” scheint mir ganz sinnig und lässt mich persönlich nicht stolpern. Allerdings bin ich so viel im englischsprachigen Bereich unterwegs, dass es auch bei mir öfter zum bleed-over kommt.
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Hans-Jürgen 9. September 2010 um 10:03
Zja …
Da die Verwender von adoptieren in diesem Zusammenhang offenbar “an Kindes statt annehmen” tatsächlich meinen, ist es vermutlich sogar inhaltlich richtig übersetzt, ganz gleich, wie man über diese merkwürdige Haltung zu Tieren denken mag.
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Dodenau 8. Januar 2011 um 17:02
Ich denke, dass hier eine Übertragung aus dem Englischen keine Rolle spielt. Vielmehr scheint mir die „Freiheit der Marketing-Sprache“ den Hund und die Katze erreicht zu haben. In diesem Falle allerdings durchaus zielführend.
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Sonja 7. September 2010 um 19:10