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Was tun mit sprachlichen Kurzschlüssen?
Geschrieben am 19. November 2010 4 KommentareVor ein paar Tagen las ich ältere Zeitungsberichte über Thilo Sarrazin und dessen umstrittenes Buch „Deutschland schafft sich ab”. In einem Interview, ich glaube, es war in der „Zeit”, ging es zwischen dem Journalisten und Thilo Sarrazin heiß her. Letzterer sagte ständig zu den Vorwürfen des Ersteren: „Das ist ein Kurzschluss.” Während mir klar war, dass es hier nicht um Elektrik ging, kam ich dennoch ins Grübeln. Spontan fragte ich mich, ob es ein Verb für Kurzschluss gibt (Sie schließen kurz?) und von welchem Verb der Kurzschluss idealerweise begleitet werden sollte. Machen wir Kurzschlüsse? Ziehen wir Kurzschlüsse? Ich bin verwirrt. Vielleicht hat jemand einen, gerne auch humorvollen, Vorschlag.
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Antworten zu “Was tun mit sprachlichen Kurzschlüssen?”

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Ich vermute, dass „Trugschluss“ gemeint war.
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Robert 19. November 2010 um 18:29
Hallo *, vielleicht wollte er ja ausdrücken, dass der Journalist zu kurz geschlossen hat, sich also die Thematik nicht lang genug und damit nicht ausreichend erschlossen hat … oder er wollte dem Journalisten verdeutlichen, dass er glaubt, dass dessen Vorwürfe aus einer Kurzschlusshandlung (warum auch immer) herrühren … oder es beruht auf einem Freudschen Versprecher, da er ständig dachte „Mach es kurz und komm zum Schluss“ … vermutlich hat er sich aber doch einfach nur im Wort vertan.
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Ein Kurzschluss wird *verursacht*, nicht *gemacht* oder *gezogen*; “Kurzschluss” ist ausschließlich ein elektrotechnischer Begriff, der allerdings getrost auf “unbedachte Handlungen als Reaktion auf bedrängte Situationen” (“Kurzschlusshandlung”) übertragen werden kann.
Was Herr Sarrazin und andere Sprachstümper mit “Kurzschluss” meinen, ist ein *Fehlschluss*. Ein Fehlschluss wird nicht *gemacht*, sondern *gezogen*; man *erliegt* einem Fehlschluss wie einem Irrtum; er *widerfährt* uns, wenn unser logisches Denken oder unser sachlogisches Wissen unzureichend ist. -
Klötzchen 30. Dezember 2010 um 16:40
Beim Lesen kam mir spontan das Bild eines sabbernden Greises in den Sinn, der in seinem Sessel sitzt, und auf jede Ansprache oder Frage, egal was sie enthält, immer mit dem gleichen Satz reagiert: “Das ist ein Kurzschluss!” Vielleicht waren das seine letzten Gedanken, bevor er mit feuchten Fingern in die Steckdose griff, oder bevor er das alte, durchgescheuerte Kabel reparieren wollte. Oder vielleicht wollte Herr Sarrazin auch als Kind immer Elektriker werden. Ach hätte er doch diesen Beruf ergriffen, uns wäre manches erspart geblieben.
Aber mal im Ernst, natürlich ziehen wir Kurzschlüsse. Schluss ist nur ein anderes Wort für Ende, also ziehen wir Kurzenden. Wenn wir “kurz” jetzt noch durch “nicht lang” ersetzen, ziehen wir den “nicht langenden”. Gemeint ist, wir ziehen den kürzeren, die allseits bekannte “A….karte”.
In diesem Sinne, gutes neues Jahr.
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jockie 19. November 2010 um 16:33