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Der Januar ist mein Monat!
Geschrieben am 14. Januar 2011 11 KommentareKryptische Überschrift, was? Diejenigen unter euch, die in Österreich zu Hause sind und meinen Nachnamen präsent haben, wissen vielleicht schon, worum es geht. Gestatten? Mein Name ist Jenner, Dagmar Jenner. In Österreich nennen wir den ersten Monat des Jahres nicht Januar, sondern Jänner. Damit unterscheidet sich der österreichische Januar in nur einem Buchstaben von meinem Nachnamen, was das Buchstabieren sehr leicht macht: Wie der Monat, aber mit e wie Emil, pflege ich zu sagen. In anderen sprachlichen Gefilden komme ich damit natürlich nicht durch, aber beispielsweise in den USA reicht es, auf Bruce Jenner zu verweisen, der in unserem Geburtsjahr (Zwillingsschwester!) 1976 die olympische Goldmedaille im Zehnkampf errang und den meisten ein Begriff ist. Die Schwierigkeiten, die mir mein Vorname auf internationalem Parkett bereitet, sind ein ganz anderes Thema.
Nun meine Frage an die Leserinnen und Leser aus Deutschland: Könnt ihr mit Jänner was anfangen oder versteht ihr das nur aus dem Kontext? Hierzulande ist allen klar, dass in Deutschland Januar gesagt wird und es wäre logisch, dass das umgekehrt auch der Fall ist (bei vielen anderen Begriffen ist das meiner Erfahrung nach allerdings überhaupt nicht so).
Prinzipiell finde ich es begrüßenswert, an Wörtern wie Jänner festzuhalten und nicht zum Januar überzuschwenken. „Unser” Monat ist aus dem Sprachgebrauch nicht wegzudenken. Januar wird in meiner Erfahrung, zumindest in Wien, so gut wie nie geschrieben und noch seltener gesagt. Familienintern wird er übrigens auch ganz gerne Jenner genannt, aber das ist ein Thema für sich …
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Antworten zu “Der Januar ist mein Monat!”

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Folgende Anekdote kann ich dazu aus Berlin berichten:
Ich sage: “Dann sehen wir uns also im Jänner.”
Mein Gegenüber schaut verunsichert und meint nach einer Weile: “Wieso? Was wollen wir denn in Jena?”*
*http://de.wikipedia.org/wiki/Jena
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Ich wäre zwar im ersten Moment verwirrt, wüsste dann aber, was der Österreicher mit Jänner meint. Vor wenigen Tagen nahm ich an einem Meeting mit drei Wienern teil und dabei fielen die Begriffe Pensionisten (bei uns Pensionäre) und Entlehnstation (bei uns Entleihstation). Fand ich sehr sympathisch.
Auch Paradeiser für Tomaten und Polster für Kissen finde ich super. Die Straßenschilder für Einbahnstraßen enthalten in Deutschland das ganze Wort “Einbahnstraße”, in Österreich hingegen nur “Einbahn”, was ja vollkommen ausreicht. Mir fiel auch auf, dass Verben der Nichtbewegung (beispielsweise sitzen (heißen diese Verben denn überhaupt Verben der Nichtbewegung?)) in Österreich – und in Süddeutschland – im Perfekt mit “sein” und nicht mit “haben” konjugiert werden. Deutschland: Ich habe gesessen. Österreich: Ich bin gesessen. Da kräuseln sich meine Ohrhaare.
Bei einem Meeting mit einem schweizer Kollegen fiel ebenfalls ein witziges Wort, das wir alle nicht verstanden. Mir fällt es leider nicht mehr ein. Aber bei den Schweizern finde ich die andere Betonung bei vielen Wörtern sehr toll.
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Karin 14. Januar 2011 um 13:39
@ Dirk: “Ich habe gesessen?” - Sorry, Dirk, da bin ich nicht mit einverstanden. Für mich in Bayern, also südlich des Weißwurstäquators, heißt das ganz eindeutig “Ich bin gesessen.”
@ Dagmar: Alles Gute zum Geburtstag dieser Tage! Wünsche Dir ein erfülltes und erfolgreiches, glückliches und zufriedenes neues Lebensjahr - einige Deiner bzw. Eurer Reisepläne konnte man ja schon auf Tiwtter/Facebook lesen und klingen supergenial!
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Karin 14. Januar 2011 um 23:24
Äh, oh, ja, jetzt hab ich Geburtstag und Namenstag durcheinandergebracht… Trotzdem meine allerbesten Wünsche für 2011!
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Abraxas Rabe 16. Januar 2011 um 19:36
Jänner ist für mich kein Problem, man ist als Rheinländer ja sprachbegabt ;-). Ich habe viele Jahre mit Österreichern (Vorarlberg) zusammengearbeitet, da kriegt man schon so einiges mit. Im Übrigen finde ich den “Jänner” schöner.
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Das mit dem “laufen” für “gehen” ist - nach meinem Empfinden - nicht grundsätzlich bundesdeutsch, sondern auch eher im Süden gebräuchlich.
Hier oben in Hamburg kann “laufen” zwar auch manchmal “gehen” bedeuten, aber meinem Empfinden nach ist die Hauptbedeutung doch “rennen”; in einem Satz wie “wir liefen zum Bahnhof” würde ich erwarten, dass das schnell ging. (Abgesehen davon, dass das hier oben eher “wir sind zum Bahnhof gelaufen” heißen würde.)
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Ach so, und vom “Jänner” und “Feber” habe ich schon mal gehört (auf Listen mit Unterschieden im regionalen Sprachgebrauch im deutschsprachigen Gebiet) - wenn ich das hören würde, würde ich sicherlich erst einmal stutzen, bevor’s mir einfallen würde.
Dem durchschnittlichen Norddeutschen würde “Jänner”, denke ich, rein gar nichts sagen, genausowenig wie z.B. “Paradeiser” oder “Ribisel”.
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In Deutschland sollte der “Jänner” zumindest allen Mittelalterfans ein Begriff sein. Auf Mittelaltermärkten würde sicherlich niemand von “Januar” sprechen, sondern ausschließlich von “Jänner”.
Wenn man Wikipedia glauben darf, schrieb sich der Monat früher übrigens tatsächlich “Jenner”: http://de.wikipedia.org/wiki/Januar
Liebe Grüße
Sandra
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Hallo,
interessantes Thema.
Hier im Württembergischen kennt man den Jänner nicht.
Aber der Begriff “laufen” gilt schon als “gehen”.
Mich hat mal in der 1.Klasse (Anfang der 80er) unser Klassenlehrer (gebührtiger Rheinländer) im Sportunterricht grob angemault,weil ich seine Laufübung im gehen absolviert habe…*g*.
Hier heisst es auch eindeutig “Ich bin gesessen”
Und wenn hier jemanden der Fuss weh tut,kann das durchaus auch am Oberschenkel sein,weil Fuss=Bein.Deshalb wird hier auch das Wort Bein nur von zugezogenen verwendet.
Und wenn ich mich darauf konzentriere kann ich einem (nicht zu schnellen) Gespräch in schwitzerdütsch oder österreichischen Dialekten meist zu grossen Teilen folgen.
Ich mag generell regionale Dialekte und sehe mit Sorge dass sie in Teilen von D zusehends verblassen.Wenn man z.B.in Stuttgart in der U-Bahn fährt,wähnt man sich sprachenmässig fast schon in Hannover.Dieses etwas spitze,harte Hochdeutsch,passt so garnicht ins Ländle find ich…
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[...] Kinder, wie die Zeit vergeht! Vor gefühlten zwei Monaten war ich in Südamerika (tatsächlich war das im April und Mai) und vor gefühlten Wochen war Sommer … und nun ist bereits das nächste neue Jahr angebrochen, mit ihm mein Monat. [...]
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die Contante 14. Januar 2011 um 12:16