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Alternativen am Satzanfang

Ja, klar wird am Satzanfang großgeschrieben, werden sich einige angesichts dieser Überschrift denken. Allerdings gibt es da auch knifflige Fälle.

Kürzlich tauchte in einem Kommentar zu einem Blog-Beitrag die Frage auf, wie mit Großschreibung am Satzanfang in der folgenden Konstellation umzugehen sei:

Die Kundin/der Kunde kann jederzeit im Geschäft vorbeikommen.

Oder:

Der Schüler/die Schülerin zeichnet sich durch überdurchschnittlichen Lernerfolg aus.

In diesem Fall meinte ein Leser, dass der Kunde einen alternativen Satzanfang darstelle und deshalb der Artikel großgeschrieben werden müsse. Bisher hatte ich in diesen Fällen die Kleinschreibung gewählt. Wenn ich es mir recht überlege, ergibt die Kleinschreibung allerdings in diesem Fall wenig Sinn.

Deshalb empfehle ich, wie der erwähnte Leser auch, die Großschreibung:

Die Kundin/Der Kunde kann jederzeit im Geschäft vorbeikommen.
Der Schüler/Die Schülerin zeichnet sich durch überdurchschnittlichen Lernerfolg aus.

Wenn zusätzliche Attribute vor dem Substantiv stehen, mutet das Ganze vom Schriftbild her wohl etwas eigenartig an, aber was soll’s. Beispiel:

Die hochgeschätzte langjährige Stammkundin/Der hochgeschätzte langjährige Stammkunde kann jederzeit im Geschäft vorbeikommen.

Wenn die Alternative am Satzanfang lediglich aus einem Wort besteht, sieht es optisch natürlich am besten aus:

Er/Sie ist jederzeit herzlich willkommen.
Morgen/Übermorgen sind in unserem Hotel noch Zimmer frei.

Wobei wir uns natürlich mit anderen Schreibweisen aus der Affäre ziehen könnten, etwa:

Er bzw. sie ist jederzeit herzlich willkommen.
Morgen und übermorgen sind in unserem Hotel noch Zimmer frei.

Übrigens: Auch wenn es vielleicht so aussehen mag, geht es in diesem Fall nicht (nur) ums Gendern. Bei den meisten Beispielen bot es sich bloß an, weibliche und männliche Formen zu wählen. Genauso denkbar sind natürlich Varianten wie diese, etwa in einem Formular:

Ich/Wir überweise(n) den folgenden Betrag auf Ihr Konto.

Dieses Beispiel stammt aus dem Dudenband 9 („Richtiges und gutes Deutsch”), womit die oben erwähnte Meinung des Lesers also bestätigt wäre.