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Wundersame “Kostpaarkeiten”
Geschrieben am 29. September 2011 10 Kommentare
Nun gut, vielleicht handelt es sich hier um eine dermaßen clevere Anzeige (gefunden in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard”), dass ich nicht in der Lage bin, die sprachlichen Subtilitäten zu verstehen. Vielleicht verbirgt sich tief zwischen den wenigen Zeilen Text eine pfiffige Anspielung auf das Wort Paar. Vielleicht kreist auch der ganze Text um das Thema Paar und Zweisamkeit, und ich bin einfach nur zu unbedarft, um das zu kapieren.Es wird auf Interviews im Buch hingewiesen. Auch wenn die normalerweise zu zweit stattfinden, wäre die Verbindung zu Paar hier etwas weit hergeholt. Dann ist noch von Genuss zu Hause die Rede, der aber natürlich nicht nur zwei Menschen umschließen muss. Auch hier ist der Bezug zu schwach, um den Neologismus Kostpaarkeiten zu rechtfertigen.
Vielleicht besteht aber auch die klitzekleine Möglichkeit, dass in dieser Anzeige des nicht unbekannten Verlages maudrich allen Ernstes das Wort Kostbarkeiten in der unbeabsichtigt originellen Schreibweise *Kostpaarkeiten verwendet wird. Ist es ein Scherz für Eingeweihte? Oder schlicht und ergreifend der Gipfel der Peinlichkeit? Was meint ihr?
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Antworten zu “Wundersame “Kostpaarkeiten””

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Sie ist definitiv nicht clever, wenn du sie nicht verstehst. Ich verstehe sie jedenfalls auch nicht. Und damit wären wir schon – ein Paar, das sie nicht versteht.
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MrJones 30. September 2011 um 19:26
Zum Essen gehören immer zwei, der/das Gegessene und der Essende?
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Nun gut, Wortspiele sind nicht jedermanns Sache und ob dieses Exemplar nun besonders gezwungen klingt oder einfach nur doof ist, ist wohl Geschmackssache (und über Geschmack lässt sich ja zum Glück nicht streiten). Aber in den Kontext des Buches passt es wohl durchaus, da sich darin alles um „Experimente beim Essen“ und interessante Kombinationen dreht.
Im Buch selbst trägt Kapitel 3 die Überschrift „Kost-Paar-Keiten“ (in dieser Schreibweise). Darin geht es um „spannende“ Kombinationen und teilweise auch sehr ungewöhnliche Paarungen wie Käse und Schokolade.
Die Autorin scheint übrigens eine Freundin von allerlei Wortschöpfungen und Wortspielen zu sein: Ein Abschnitt im Kapitel „Kost-Paar-Keiten“ ist mit „Essquisit – Wie Köche kombinieren“ überschrieben.
In diesem Sinne: Mahlzeit!
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tom lutz 3. Oktober 2011 um 09:46
Ich denke, dass der spielerische und kreative Umgang mit Sprache, Wortbildern etc. schon erlaubt sein sollte. Die gegenständliche Anzeige finde ich jedoch eher misslungen, da sich der Witz nicht auf den ersten Blick erschließt und man auch einen Schlampigkeitsfehler vermuten könnte.
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Tja, ich denke daran, wie bzw. ob sich solche Kost-Paar-Keiten übersetzen lassen.
Gibt es im Englischen schon Tr-EAT-s oder sind diese Wortspiele noch eher den Friseursalons vorbehalten? Paar-Fragen an die Twins… -
Jürgen 10. Oktober 2011 um 16:48
Zusammenhänge, Experimente – im Sinne von “zwei Dinge kombinieren” (ich denke an Honig und Schinken). Neben diesen eindeutigen Nennungen im Text zeigt doch das Titelbild ohne Zweifel, worauf sich “Paar” bezieht: Auf die Paarung von ansonsten nicht selbstverständlich kombinierten Lebensmitteln (hier, soweit zu erkennen, Honig und Käse). Man kann ja Wortneubildungen dieser Art generell ablehnen – aber wie kann man hier Zweifel haben, was gemeint ist? Dröge generelle Sprachkritik wem sie gefällt – aber diese Wortschöpfung hat doch sogar Charme.
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Jürgen 17. Oktober 2011 um 13:47
Klar ist diese Wortbildung forciert und das auch ganz bewusst – sie soll die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Buch lenken und Fragen aufwerfen: Was ist das für ein Buch? Wieso schreiben die „Kostpaarkeiten“? Passt das so? Und als Reaktion bietet sich eben an, dass man entweder zustimmt – oder nicht. Ganz genau so, wie es in der Natur der Sache liegt, dass ungewöhnliche Kombinationen, etwa von Lebensmitteln, als schmackhaft empfunden werden oder nicht. Käse und Honig, Fleisch und Früchte, Wein und Schokolade. In welchem Zusammenhang könnte eine derartige Wortbildung besser passen? Die Wortbildung ist selbst ein Experiment. Wenn man sie versteht, macht sie neugierig, erreicht ihren Zweck und ich finde sie wesentlich charmanter als die meisten anderen der heute so inflationär gebrauchten Neologismen. Meine Ansicht: Der Texter hat hier ganze Arbeit geleistet, auch wenn die Anspielung erstaunlicherweise nicht von jedem verstanden wird. Sie macht die völlig misslungene grafische Gestaltung der Anzeige sogar noch etwas erträglicher.
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Andreas 4. November 2011 um 15:14
Ich habe viel mit Werbetexten zu tun, und finde dieses Wortspiel nicht gelungen, da es nicht aufgelöst wird. Ich hätte in den nachfolgenden Punkten eine Auflösung erwartet. Wer mir ein Rätsel mit einem Wortspiel aufgibt, um mich auf ein Buch neugierig zu machen, der muss mir, wenn ich für die Lösung zu “blöd” bin, diese freundlicherweise mitliefern. Ansonsten erhalte ich den Eindruck, dass das Buch wahrscheinlich genauso schlecht ist wie die Werbung dafür.
Ich hätte es aufgrund dieser Anzeige definitiv nicht gekauft.
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Petra 30. September 2011 um 12:21