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Der Stuhl Petri

Die Wahl des neuen Papstes möchte ich zum Anlass für ein paar Ausführungen zum Genitiv nutzen. Die mehr als zweifelhafte Rolle des neuen Papstes während der grausamen argentinischen Militärdiktatur wird hoffentlich anderswo intensiv beleuchtet.

Auch Fragen des Glaubens oder Nichtglaubens werden an dieser Stelle ausgeblendet. Nun denn: Der Papst gilt als Stellvertreter Gottes auf Erden. Sein Amt wird oft als Stuhl Petri bezeichnet und auch als Apostolischer Stuhl oder als Heiliger Stuhl. Wir haben es bei Stuhl Petri mit einem etwas ungewöhnlichen Genitiv zu tun. Während wir vielleicht ad hoc meinen würden, dass die Genitivbildung im Deutschen eine einfache Angelegenheit ist, füllt dieses Thema etwa im Grammatikduden etliche Seiten. Es ist also relativ kompliziert.

Im Fall von Stuhl Petri ist Petri eine Genitivform von Petrus. Grundsätzlich könnte es also Stuhl Petrus‘ heißen (was sich aber offenbar nicht eingebürgert hat). Warum? Weil Genitive im Deutschen üblicherweise durch ein drangehängtes s gebildet werden … es sei denn, der Eigenname endet bereits auf s, ß, x, z oder tz. In diesem Fall kommt kein zweites s dran, sondern es wird ein Apostroph gesetzt. Weitere Beispiele: die Werke Sibelius‘, Klaus‘ Auto, Strauß‘ Operetten.

Alternativ können wir uns mit folgenden Formulierungen behelfen: die Werke von Jean Sibelius, das Auto von Klaus, die Operetten von Johann Strauß.

Eine weitere Ausnahme (vergleichbar mit Petri) ist etwa Jesus. Der Genitiv lautet nicht *Jesus‚, sondern Jesu, etwa in das Leiden (des) Jesu.

Allgemeine Ausführungen zum Genitiv bei Eigennamen findet ihr hier.