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In puncto Rechtschreibung von punkto
Geschrieben am 8. Januar 2010 1 KommentarZufälle gibt’s! Erst kürzlich dachte ich mir, dass ich einen Eintrag zum Thema in puncto bzw. punkto verfassen könnte. Just an diesem Tag wünschte sich eine Leserin der Fangruppe “Gute Rechtschreibung” auf Facebook genau dieses Thema.
Die Formulierung in puncto kommt gar nicht so selten in Zeitungsartikeln vor, und auch in beruflicher Korrespondenz lese ich sie gelegentlich. Hier besteht bei der Rechtschreibung keine Wahlfreiheit; korrekt ist einzig und allein die Schreibweise in puncto, also klein und mit c. Das folgende Substantiv steht immer im Nominativ, also ungebeugt. Hier ein Beispiel:
In puncto Zahlungsmodalitäten schlagen wir eine Anzahlung von 50% des Honorars vor.
Viel seltener wird hingegen die (veraltete) Präposition punkto verwendet; sie steht für bezüglich oder auch wegen. Dort, wo sie zur Anwendung kommt, wird sie, anders als bei in puncto, mit k geschrieben. Folgt ein Substantiv mit Artikel oder Adjektiv, steht immer der Genitiv. Beispiel:
Ich melde mich punkto verspäteter Bezahlung.
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Rechtschreib-Vortrag in Graz
Geschrieben am 5. Januar 2010 5 KommentareNächste Woche, am Donnerstag, den 14.1., 14:00 Uhr, halte ich einen Rechtschreib-Vortrag in Graz. Und zwar am ITAT, dem Institut für theoretische und angewandte Translationswissenschaft der Universität Graz, veranstaltet von UNIVERSITAS Austria, Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen. Der Vortrag richtet sich primär an (angehende) ÜbersetzerInnen, ist aber natürlich auch für andere Berufsgruppen sehr aufschlussreich und steht unter dem Motto “Neue deutsche Rechtschreibung - klassische Herausforderungen und neue Hürden”.
Der Vortrag dauert 1,5 Stunden und kostet für Nichtmitglieder von UNIVERSITAS Austria EUR 25.
Nähere Informationen gibt es hier.
Anmeldung am besten per Mail an Helga Benigni-Cokan: helga.benigni-cokan@uni-graz.at
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Das Kreuz mit den Neujahrsvorsätzen
Geschrieben am 2. Januar 2010 Keine KommentareWillkommen im neuen Jahrzehnt! Wie so oft, werden im neuen Jahr gerne Neujahrsvorsätze gemacht, deren Umsetzung sich dann gelegentlich als schwierig entpuppt.
Damit wir wenigstens grammatikalisch auf der richtigen Seite sind, sehen wir uns heute an, welcher Kasus nach unbestimmten Maß- und Mengenangaben, also etwa Schar, Reihe, Menge, Haufen stehen muss.
Im neuen Jahr wartet eine Menge guter Ideen auf Umsetzung. (seltener: gute Ideen)
Eine Schar spielender Kinder macht ganz schön viel Lärm. (seltener: spielende Kinder)
Heute steht eine Reihe wichtiger Themen auf dem Tagesplan. (seltener: wichtige Themen)Sie sehen, dass das Adjektiv nach der Mengenbezeichnung in der Regel im Genitiv steht. In Klammer steht derjenige Kasus, in dem auch die Wörter Menge, Schar und Reihe stehen (Nominativ). Erlaubt ist beides, wobei aber die erste Variante bevorzugt wird.
Also: Eine Menge guter Vorsätze harrt im neuen Jahr der Umsetzung.
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Die Mehrheit der Menschen feiert am 31. Dezember – oder feiern?
Geschrieben am 29. Dezember 2009 1 KommentarHeute beschäftige ich mich wieder mit einer Frage der so genannten Kongruenz. Es fragt sich, welche der beiden in der Überschrift genannten Varianten richtig ist. Muss nach dem Wort Mehrheit das Verb im Singular oder im Plural stehen?
Der Duden sagt, dass das Verb in der Regel im Singular zu stehen hat, weil das Subjekt (also das Wort Mehrheit) formal ein Singular ist. Also:
Die Mehrheit der Menschen feiert am 31. Dezember Silvester.Allerdings schreibt der Duden auch, dass hier oft auch “nach dem Sinn konstruiert wird” und das Verb in den Plural gesetzt wird. Ergo ist auch folgende Variante erlaubt:
Die Mehrheit der Menschen feiern am 31. Dezember Silvester.
Merke: Am besten ist es, in diesem Fall das Verb in den Singular zu setzen. Analog gilt die oben genannte Regel z. B. auch für das Wort Mehrzahl.
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Bei Abkürzungen Leerzeichen nicht vergessen!
Geschrieben am 22. Dezember 2009 7 KommentareIch wette, dass dieser Rechtschreib-Tipp für viele neu ist. Obwohl man in vielen Büchern und Zeitschriften etwa z.B. liest, so ist das nicht ganz richtig. Denn: Abkürzungen, die aus einzelnen Buchstaben bestehen, die wiederum mit Punkten voneinander getrennt sind, verlangen nach Leerzeichen nach dem Punkt oder den Punkten. Richtig ist also etwa der folgende Satz, mit Leerzeichen nach dem z:
Er mag klassische Musik, z. B. Beethoven.
Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, der natürlich auch bei vielen anderen Abkürzungen zum Tragen kommt:
u. A. w. g. = um Antwort wird gebeten
i. R. = im Ruhestand
i. Allg. = im Allgemeinen
i. A. = im Auftrag[e]Auch wenn diese Bestimmung, soweit ich das recherchiert habe, dem Duden keine gesonderte Regel wert ist, so wird sie durch Nachschlagen der Schreibweise dieser Abkürzungen im Rechtschreib-Duden ersichtlich.
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Ein Kilo Kekse reicht – oder reichen?
Geschrieben am 19. Dezember 2009 1 KommentarBei einem Korrektorats-Auftrag vor ein paar Tagen stieß ich auf eine knifflige Frage: die Frage der Kongruenz zwischen Substantiv und Verb. In diesem Zusammenhang gibt es x-viele ziemlich schwierige Regeln. Hier und heute möchte ich mich aber auf eine vergleichsweise einfache Regel beschränken.
Die große Frage lautet: Welche der unten stehenden Varianten ist richtig?
Ein Kilo Kekse reicht für eine vierköpfige Familie.
Ein Kilo Kekse reichen für einen vierköpfige Familie.Hier sagt der Duden, dass am ehesten der Singular zu verwenden ist. Erlaubt ist aber praktischerweise auch der Plural. Ergo sind bei oben genannten Beispiele richtig.
Wenn wir es mit mehr als einem Kilo (oder einer anderen Mengenangabe) zu tun haben, ist nur der Plural zulässig:
Drei Kilo Kekse reichen für eine halbe Kompanie.
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Von deutschen Adventskalendern und österreichischen Adventkalendern
Geschrieben am 1. Dezember 2009 Keine KommentareAus gegebenem Anlass: Warum sagt man in Österreich Adventkalender und in Deutschland Adventskalender? Das liegt an der unterschiedlichen Verwendung des so genannten Fugen-s. Dieses s steht zwischen mehreren Wörtern, die gemeinsam ein Kompositum ergeben. Meistens sind das Substantive, Infinitive, Adjektive etc. Beispiele: Museumsleiterin, freiheitsliebend, hoffnungsvoll.
Die Verwendung des Fugen-s ist eine relativ komplizierte Angelegenheit und auf mehreren Seiten beispielsweise im Duden-Band Nr. 9 nachzulesen. Es gibt Fälle, wo kein Fugen-s verwendet wird, wie z. B. bei Zusammensetzungen mit femininen Fremdwörtern, die auf -ur oder -ik enden:
Kulturfilm, Naturkunde, kritiklustigWährend die Behörden bei den Steuern das Fugen-s einsparen und Einkommensteuer sagen, ist beim gemeinen Volk die Schreibweise Einkommenssteuer durchaus korrekt und üblich. Wenn der zweite Bestandteil des Kompositums das Wort Straße ist, ist die Schreibung mit oder ohne Fugen-s korrekt: Bahnhofstraße oder Bahnhofsstraße.
Und wie ist das nun mit dem deutschen Adventskalender und dem österreichischen Adventkalender?
Bei Zusammensetzungen mit Advent schreibt der Duden, dass ein Fugen-s zu stehen hat, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass diese Wörter in Österreich ohne Fugen-s geschrieben werden.In diesem Sinne: schöne Weihnachtszeit, da wie dort mit Fugen-s!
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Singular oder Plural bei Mengenangaben?
Geschrieben am 12. November 2009 Keine KommentareHeute mal ein Thema, das nicht wirklich orthografischer Natur ist, aber dennoch sehr oft für Schwierigkeiten sorgt. Es dreht sich um die Frage, ob bei Mengen- und Prozentangaben das Verb im Singular oder im Plural verwendet werden muss.
Wie heißt es richtig?
Nur 1,5 % der aufgegebenen Koffer geht verloren.
oder
Nur 1,5 % der aufgegebenen Koffer gehen verloren.
Während hier umgangssprachlich oft der Singular verwendet wird, ist standardsprachlich nur der Plural richtig.
Also: Nur 1,5 % der aufgegebenen Koffer gehen verloren.Analog verhält es sich mit Bruchzahlen (Ausnahme: die Hälfte/ein Drittel etc. – Singular!) und Dezimalzahlen. Bei 1 % wird natürlich auch immer der Singular verwendet. Die oben beschriebene Regel gilt wohlgemerkt nur bei Mengenangaben im Genitiv.
Wenn nach der Mengenangabe allerdings ein Substantiv im Nominativ (also im 1. Fall) steht, ist nur der Singular des Verbs korrekt:
15 % Strom wird aus erneuerbaren Quellen gewonnen. -
Die Stellung des Reflexivpronomens “sich”
Geschrieben am 5. November 2009 2 KommentareVor kurzem wurde mir die knifflige Frage gestellt, ob es zwischen Deutschland und Österreich Unterschiede bei der Positionierung des Reflexivpronomens sich gäbe. Darauf wusste ich keine Antwort, zumal es sich hier weniger um eine orthografische als um eine grammatikalische Frage handelt. Der Grammatik-Duden weiß natürlich Bescheid, liefert aber keinerlei Hinweise auf eine unterschiedliche Verwendung in Österreich und Deutschland.
Im heutigen Sprachgebrauch wird das Reflexivpronomen sich möglichst weit nach vorne gezogen. Im Nebensatz steht es also nach dem Einleitewort und im Hauptsatz nach dem Verb:
Sich im Nebensatz: Das Publikum klatschte, als sich der Künstler verbeugte.
Sich im Hauptsatz: Heute hat sich meine Freundin verletzt.Häufig wird eine andere Wortstellung verwendet – auch diese Möglichkeit ist erlaubt, wobei diese Variante hauptsächlich in der geschriebenen Sprache verwendet wird und weniger in der gesprochenen:
Sich im Nebensatz: Das Publikum klatschte, als der Künstler sich verbeugte.
Sich im Hauptsatz: Heute hat meine Freundin sich verletzt.
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Wie schreibe ich Zahlen in Wörtern?
Geschrieben am 15. Oktober 2009 5 KommentareManchmal ergibt sich der Bedarf, Zahlen in Buchstaben anzuschreiben, etwa bei Verträgen. Wie schreibt man in so einem Fall korrekt?
Kardinalzahlen unter einer Million werden im Deutschen stets klein- und zusammengeschrieben: eins, fünfzig, dreihundert, achtundneunzig.
Das gilt auch dann, wenn der Kardinalzahl ein Pronomen, ein Artikel oder ein Zahlwort vorangeht – auch wenn die Verbindung wie eine Substantivierung aussieht:
ihr drei, diese fünf, alle sieben.
Anders verhält es sich, wenn wir es mit einer tatsächlichen Substantivierung zu tun haben: Sie wurde beim Rennen Zweite.
Sobald eine Million im Spiel ist, wird die Million großgeschrieben und der Rest klein: eine Million dreihunderttausend Euro.


