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Kein Komma vor “etc.”!
Geschrieben am 9. September 2009 3 KommentareEin sehr häufiger Fehler ist es, bei Aufzählungen vor etc. ein Komma zu setzen, also so:
*Sie isst gerne Äpfel, Kirschen, Feigen, etc.
Richtig ist die Aufzählung ohne Komma, also so:
Sie isst gerne Äpfel, Kirschen, Feigen etc.
Dasselbe gilt übrigens auch bei usw. – auf keinen Fall ein Komma davor setzen!
* Die neue Chefin will Lieferpläne, Bestelldaten, Personallisten, usw. sehen.
Richtig:
Die neue Chefin will Lieferpläne, Bestelldaten, Personallisten usw. sehen.
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Kommasetzung bei Vergleichen
Geschrieben am 1. September 2009 5 KommentareWie oft lese ich orthografische Grausamkeiten wie diese:
*Mein Auto ist schneller, als deines.
*Das Essen war besser, als erwartet.Ich halte fest: Bei den oben genannten Beispielen darf kein Komma stehen! (Deshalb steht auch ein Sternchen davor, das angibt, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt.)
Bei Komparativen mit als nach dem oben genannten Muster – also XY ist größer, kleiner, besser, sonst was als ZX – steht nie ein Komma, weil hier lediglich zwei Satzteile miteinander verglichen werden.
Ein Komma ist aber zwingend erforderlich, wenn nach als ein vollständiger Satz folgt. Zur Erinnerung: Einen vollständigen Satz erkennt man daran, dass er ein Subjekt und ein Prädikat (also ein Verb) hat. Beispiele:
Mein Auto ist schneller, als deines jemals sein wird.
Das Essen war besser, als wir erwartet hatten.Übrigens: In der gesprochenen Sprache wird häufig anstelle von als lieber wie verwendet – also etwa in: Heute ist es schöner wie gestern. Während dies in der gesprochenen Sprache als akzeptabel gilt, ist in der Schriftsprache davon abzuraten.
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Die Kommasetzung bei Hauptsätzen mit “und”/”oder”
Geschrieben am 28. August 2009 2 KommentareZu den vielen Mythen, die sich um die neue deutsche Rechtschreibung ranken, gehört der, dass die Kommasetzung mittlerweile völlig willkürlich ist. Dem ist natürlich nicht so – siehe meine Einträge in der Kategorie “Beistrichsetzung”. Vielmehr hat die Reform die Kommasetzung deutlich erleichtert.
Während früher zwischen zwei Hauptsätzen (also vollständigen Sätzen mit Subjekt und Prädikat), die mit und oder oder verbunden sind, immer ein Komma stehen musste, ist das heute nicht mehr notwendig. Wem’s besser mit Komma gefällt, kann natürlich weiterhin eins setzen. Beide Möglichkeiten sind also erlaubt: kein Komma oder eben doch eins.
Richtig ist also …
Du kannst gehen, oder du kannst bleiben.
… aber auch diese Variante:
Du kannst gehen oder du kannst bleiben.
Übrigens gilt diese Regel auch, wenn die Hauptsätze mit den folgenden anderen Konjunktionen verbunden sind: beziehungsweise, entweder – oder, nicht – noch und weder – noch.
Beispiel:
Weder schrieb er einen Brief, noch kam er selbst.
Weder schrieb er einen Brief noch kam er selbst.Aber: Zwei Hauptsätze, die nicht mit und oder oder verbunden sind, stehen weiterhin mit Komma:
Thomas hat einen Hund, ich habe eine Katze, die Nachbarin hat einen Wellensittich.
Der Vorhang hebt sich, es wird leise, der Film beginnt. -
Komma bei Infinitivgruppen
Geschrieben am 20. August 2009 9 KommentareHeute möchte ich ein Thema behandeln, das für sehr viele Kommafehler sorgt, auch in renommierten Zeitungen und Zeitschriften. Gleich vorweg: Eine Infinitivgruppe liegt vor, wenn ein Satz einen Infinitiv (also die “Nennform”) und das Wörtchen zu davor enthält.
Die neue Rechtschreibung besagt, dass bei Sätzen mit Infinitivgruppen das Komma nur noch in drei Fällen obligatorisch ist – und zwar in den folgenden:
Fall 1: Die Infinitivgruppe wird mit als, [an]statt, außer, ohne oder um eingeleitet:
Er konnte nichts Besseres tun, als zu verreisen.
Ohne zu zögern, kaufte ich die Kamera.Fall 2: Die Infinitivgruppe hängt von einem Substantiv im übergeordneten Satz ab:
Sie fasste den Gedanken, den Arbeitsplatz zu wechseln.
Er hat den Wunsch, seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Der Dieb unternahm einen letzten Versuch, den Tresor zu knacken.Fall 3: Die Infinitivgruppe wird durch ein hinweisendes Wort angekündigt oder wieder aufgenommen:
Hier bin ich dafür, sofort abzustimmen.
Anita liebt es, lange zu schlafen.In allen anderen Fällen ist die Kommasetzung freigestellt:
Er versprach[,] den Text zu lernen.
Er hatte versprochen[,] die Blumen zu gießen.Das gilt natürlich auch für längere Sätze – hier können Sie ein Komma setzen oder auch nicht:
Sie überlegt nach Australien oder vielleicht auch in die USA oder eventuell nach Kanada auszuwandern.
Sie überlegt, nach Australien oder vielleicht auch in die USA oder eventuell nach Kanada auszuwandern. -
Zeichensetzung bei direkter Rede
Geschrieben am 12. August 2009 7 KommentareGestern schlug mir eine Kollegin vor, mal einen Beitrag zur Zeichensetzung bei direkter Rede zu schreiben. Sehr gerne – hier die wichtigsten Regeln:
Ganz allgemein kann gesagt werden, dass, wenn der Satz nach der direkten Rede weitergeht, immer ein Komma zu stehen hat. Falls der direkte wiedergegebene Satz einen Punkt enthält, so entfällt dieser:
Die Übersetzerin sagte: “Der Preis ist nicht verhandelbar”, und lächelte freundlich.Wenn der direkt wiedergegebene Satz aber ein Ruf- oder Fragezeichen enthält, wird es beibehalten und hinter dem Anführungszeichen ein Komma gesetzt, also so:
“Bleib sofort stehen!”, rief sie.
“Kommst du morgen wieder?”, fragten die Kinder den Nikolaus.Wenn der Satz nach der direkten Rede aufhört, steht das Satzzeichen immer innerhalb der Anführungszeichen:
Er sagte: “Heute wird ein warmer Tag.”Endet die direkte Rede mit einem Ruf- oder Fragezeichen, steht danach kein abschließender Punkt:
Wir schrien: “Pass auf!”
Ich dachte: “Woher soll ich das wissen?” -
Kommas bei Einschüben
Geschrieben am 20. Juli 2009 1 KommentarAngesichts der großen Nachfrage nach Hilfestellung bei der Kommasetzung anbei ein vergleichsweise einfacher Fall. Hier geht es um Einschübe, die aus mehreren Wörtern bestehen können und sich auf das Substantiv davor beziehen. In so einem Fall muss der Einschub mit Kommas abgetrennt werden. Hier sind ein paar Beispiele:
Google, die Datenkrake, hat eine neue Applikation auf den Markt gebracht.
Im obigen Beispiel ist die Datenkrake eine nähere Beischreibung von Google und muss deshalb zwischen Kommas stehen.Boris Becker, jüngster Wimbledon-Sieger aller Zeiten, macht Werbung für Bier.
Der Einschub jüngster Wimbledon-Sieger aller Zeiten ist eine nähere Beschreibung von Boris Becker und muss mit Kommas abgetrennt werden.Das ist Fabian Fleißig, unser neuer Assistent.
In diesem Fall beschreibt unser neuer Assistent die Person Fabian Fleißig. Da unser neuer Assistent am Ende des Satzes steht, ist natürlich nur ein Komma notwendig. -
Kein Komma nach Grußformel!
Geschrieben am 22. Mai 2009 35 KommentareHeute ein Fehler, der mir jeden Tag x-mal begegnet, wodurch das Ganze allerdings nicht richtiger wird. In meinem E-Mail-Eingang tummeln sich dutzende Mails, die alle so oder ähnlich aufhören:
Liebe Grüße, Manuela
Mit freundlichen Grüßen, Barbara Hochgatterer
Beste Grüße, Elena FleischhackerWas haben die oben stehenden so genannten “Grußformeln” gemeinsam? Genau – bei allen steht ein Komma zwischen den abschließenden Worten und dem Namen der Absenderin. Nur: Das ist bei allen falsch. Möglicherweise schwappt hier der englische Sprachgebrauch ins Deutsche herüber, weil im Englischen sehr wohl nach der Grußformel ein Komma stehen muss. Oder vielleicht machen es die allermeisten Menschen einfach instinktiv falsch.
Wie dem auch sei: Nach der Grußformel darf kein Komma stehen! Im Duden-Wortlaut (“Richtiges und gutes Deutsch”, Band 9) liest sich das dann so: Die Grußformel [...] und steht ohne Punkt, Komma oder Ausrufezeichen.
Da hier allerdings die Kommasetzung grassiert, würde es mich nicht wundern, wenn in einigen Jahren auch diese Variante erlaubt wäre. Denn: Der Duden arbeitet nicht nur normativ, also vorschreibend, sondern auch deskriptiv, d.h. er bildet die Realität des Sprachgebrauches ab.
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Kommasetzung: adverbiale Bestimmungen, auch ein Klassiker
Geschrieben am 19. Mai 2009 5 KommentareDie österreichische Tageszeitung “Der Standard” sei hier stellvertretend für viele Publikationen genannt, die gröbere Probleme mit der Kommasetzung haben, heute z.B. gelesen auf Seite 6: Wegen den Bezeichnungen auf elektronischen Stimmzetteln der Uni Wien, könnte sogar die ganze Wahl wiederholt werden müssen.
Deshalb hier ein paar Worte zu einem weiteren Komma-Klassiker, nämlich den adverbialen Bestimmungen. Adverbiale Bestimmungen nennt man die vielen kleinen Zusatzinformationen im Satz, die etwas über Art und Weise, Ort, Zeitpunkt und Grund einer Handlung aussagen und mit “wie”, “wo”, “wann” und “warum” erfragt werden können. Da sie nicht nur aus einzelnen Wörtern, sondern auch aus ganzen Wortgruppen bestehen können, werden sie häufig mit Nebensätzen verwechselt. Das geschieht zum Beispiel besonders häufig bei Sätzen, die mit “nach” und “wegen” beginnen:
Nach endlosen Debatten, gaben die Vermittler schließlich erschöpft auf und verließen die Sitzung.
Hier darf KEIN Komma stehen – auch nicht im oben genannten Beispiel aus dem Standard. Korrekt wäre:
Wegen den Bezeichnungen auf elektronischen Stimmzetteln der Uni Wien könnte sogar die ganze Wahl wiederholt werden müssen.
(Standardsprachlich korrekt wäre hier der Genitiv “wegen der Bezeichnungen”, aber das ist ein anderes Thema und ein weites Feld.)Sobald sich allerdings ein Verb nach der adverbialen Stimmung einschleicht, haben wir es mit einem Nebensatz zu tun und ein Komma muss her!
Also ohne Komma: Nach den Verhandlungen gingen sie essen.Und mit Komma, da Verb im ersten Satzteil: Nachdem sie die Verhandlungen abgeschlossen hatten, gingen sie essen.
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Kommasetzung: die Klassiker, Teil 3
Geschrieben am 18. Mai 2009 3 KommentareEine häufig gestellte Frage ist folgende: Muss ein Komma gesetzt werden, wenn mehrere Adjektive aufeinandertreffen, also z.B. bei “ein schönes neues Jahr” oder “bei schönem, warmem Wetter”?
Die Antwort, die sich mit der neuen deutschen Rechtschreibung nicht geändert hat, lautet: Es kommt darauf an.
1. Bei so genannten “gleichrangigen” Adjektiven steht ein Komma. Woran erkennen Sie das? Wenn Sie zwischen die beiden Adjektive ein und einfügen könnten, handelt es sich um gleichrangige Adjektive. Das heißt, hier werden beide Adjektive betont: bei schönem, warmem Wetter. Hier wird betont, dass das Wetter sowohl schön als auch warm ist.
2. Bei nicht gleichrangigen Adjektiven steht kein Koma. Woran erkennen Sie das? Hier können Sie zwischen den Adjektiven kein und einfügen. Also: ein gutes neues Jahr, die allgemeine wirtschaftliche Lage. Schließlich würden Sie kaum schreiben: Ich wünsche ein gutes und neues Jahr.
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Kommasetzung: die Klassiker, Teil 2
Geschrieben am 17. Mai 2009 5 KommentareVor den Konjunktionen aber, [je]doch und sondern steht immer ein Komma.
Beispiele:
Ich bin zwar müde, aber ich möchte nicht auf das Konzert verzichten.
Ich möchte nicht lesen, sondern schlafen.Vor Nebensätzen steht immer ein Komma. Erklärung: Nebensätze sind Sätze, die nicht für sich allein stehen können und dem Hauptsatz untergeordnet sind. Es gibt unterschiedliche Arten von Nebensätzen – hier die Relativsätze:
Der Schuh, der atmet.
Der Mann, der verwöhnt.
Hier wird der Nebensatz nach dem Komma mit einem Artikel eingeleitet, der sich auf das davorstehende Substantiv bezieht – also beide Male der Artikel der. Im ersten Beispiel bezieht er sich auf Schuh, im zweiten auf Mann.Hier ist, war und bleibt das Komma obligatorisch.


