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Auslassungspunkte bei Aufzählung

Dass zwischen den Bestandteilen einer Aufzählung Kommas stehen müssen, hatte ich schon behandelt. Und dass vor etc. und vor usw. kein Komma stehen darf, ebenso.

Vor kurzem tauchte die Frage auf, wie mit dem Komma umzugehen sei, wenn am Ende einer Aufzählung drei Pünktchen stehen (Auslassungspunkte genannt), womit angedeutet wird, dass die Aufzählung noch weitere Bestandteile hat. Beispiel:

Wir haben dieses Kleid in Grün, Gelb, Rosa, … ODER
Wir haben dieses Kleid in Grün, Gelb, Rosa …

Das sehr hilfreiche Duden-Taschenbuch „Komma, Punkt und alle andere Satzzeichen“ liefert die Antwort, unter „Die Auslassungspunkte in Verbindung mit anderen Satzzeichen“. Hier steht: „Bricht der Satz an einer Stelle ab, an der ein Komma stehen müsste, so entfällt dieses.“

Korrekt ist also nur die Variante ohne Komma nach Rosa:

Wir haben dieses Kleid in Grün, Gelb, Rosa …

Vom richtigen Umgang mit drei Pünktchen

Wer kennt das nicht, auch aus der gesprochenen Sprache: „Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen“. Mit dieser Formulierung wird im Mündlichen angedeutet, dass der Satz noch weitergeht und/oder dass es da etwas gibt, was man/frau gerade nicht sagen möchte.

Im Schriftlichen stellt sich die Frage, wie bei den drei Punkten mit dem Leerzeichen umgegangen werden soll. Hier lautet die unmissverständliche Regel: Wenn der Satz durch die drei Punkte abgebrochen wird, muss davor ein Leerzeichen stehen, also z.B. so:

Wir haben zwar gerade keine Zeit, aber bitte …

Übrigens müssen es immer drei Punkte sein und nicht etwa zwei oder vier.

Wenn es sich allerdings um einen Teil eines Wortes handelt, der mit den Punkten angedeutet wird, darf kein Leerzeichen stehen:

Die Hauptstadt von Paraguay heißt A…

Wenn die drei Punkte am Satzende stehen, ersetzen sie natürlich den abschließenden Punkt, nicht aber ein Frage- oder Rufzeichen:

Er nannte ihn tatsächlich A…!

Nach Doppelpunkt: groß oder klein?

Heute mal ein vergleichsweise einfaches Thema – die Regeln sind hier sehr leicht zu merken. Oft taucht die Frage auf, ob nach einem Doppelpunkt groß- oder kleingeschrieben werden muss. Nun, es kommt darauf an. Wenn nach dem Doppelpunkt eine direkte Rede kommt, muss natürlich immer großgeschrieben werden, egal, ob es sich um einen vollständigen Satz handelt oder nicht. Beispiele:

Sie sagte: „Morgen gehe ich einkaufen.“
Wir riefen: „Na endlich!“

In allen anderen Fällen wird großgeschrieben, wenn nach dem Doppelpunkt ein selbstständiger Satz (also mit Subjekt und Verb) steht – wenn nicht, wird kleingeschrieben.  Es sei denn, das erste Wort ist ein Substantiv. Also:

Ende: gegen 20 Uhr.
Erklärung: „gegen 20 Uhr“  ist kein vollständiger Satz (kein Verb, kein Subjekt), also Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt.

Dirigent: Sir Simon Rattle.
Erklärung:  „Sir Simon Rattle“ ist natürlich kein vollständiger Satz, aber Substantive schreibt man eben immer groß.

Wie sagt man so schön: Alles Negative hat etwas Positives.
Erklärung: „Alles Negative hat etwas Positives“ ist ein vollständiger Satz, deshalb wird „alles“ hier großgeschrieben.