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Warum nur “angsterfüllt”, aber sowohl “Not leidend” als auch “notleidend”?
Geschrieben am 2. September 2009 3 KommentareWenn ein eigenständiges Substantiv und ein Partizip aufeinanderstoßen, kann man/frau sich in vielen Fällen zwischen der Getrennt- und Zusammenschreibung entscheiden:
die Not leidende Bevölkerung/die notleidende Bevölkerung
die Dienst habende Ärztin/die diensthabende Ärztin
die Deutsch sprechenden Touristen/die deutschsprechenden TouristenErklärung: In diesen Beispielen wird ein Relativsatz – also z.B. die Bevölkerung, die Not leidet – zu einer Partizipialkonstruktion verkürzt und wird zu Not leidende Bevölkerung/notleidende Bevölkerung. Dabei wird das Relativpronomen (hier: die) “eingespart” und das Ganze wird eleganter und griffiger.
Diese Unterscheidung ist wichtig, denn: Wird durch die Partizipialkonstruktion mehr als nur das Relativpronomen eingespart, muss zusammengeschrieben werden (und natürlich klein). Beispiele:
ein angsterfüllter Blick, weil bei der Wortgruppe ein Blick, der von Angst erfüllt ist, zusätzlich die Präposition von eingespart wird
die todbringende Seuche, weil bei der Wortgruppe eine Seuche, die den Tod bringt, zusätzlich der Artikel den eingespart wird
der schneebedeckte Berg, weil bei der Wortgruppe ein Berg, der mit Schnee bedeckt ist, zusätzlich die Präposition mit eingespart wirdDas mag auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig klingen, ist aber mit ein bisschen Übung und Geduld gut umsetzbar.
Sobald sich ein so genanntes Fugenzeichen (der Buchstabe s oder n) zwischen dem Substantiv und dem Partizip einschleicht, muss sowieso immer zusammengeschrieben werden:
die erholungssuchenden Touristen
die gnadenbringende Weihnachtszeit
eine lebensrettende MaßnahmeWer sich’s ganz einfach machen möchte, schreibt bei Substantiv und Partizip einfach stets klein und zusammen und ist somit auf der sicheren Seite: notleidend, deutschsprechend, schneebedeckt, lebensrettend.
Übrigens: Verbindungen aus verblassten Substantiven und Partizip schreibt man sowieso immer klein und zusammen: eisgelaufen, teilnehmend, stattfindend.
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Getrennt oder zusammen? Adverb und Verb
Geschrieben am 10. Juli 2009 1 KommentarWillkommen zu einem weiteren schwierigen Kapitel der Zusammen- und Getrenntschreibung. Verben sind bekanntlich Zeitwörter und Adverbien sind Wörter wie z.B. auseinander, dazu, heraus, hinüber, voran, weiter, wieder oder zusammen. Die große Frage ist: Wenn eines dieser Adverbien und ein Verb gemeinsam vorkommen, wird getrennt oder zusammengeschrieben?
Antwort: Es gilt die Zusammenschreibung, wenn der Hauptakzent, also die Betonung, auf dem Adverb liegt.
Beispiele:
Dieses Wort musst du zusammenschreiben.
Ich kann den Inhalt des Buches nicht wiedergeben.Es gilt die Getrenntschreibung bei selbstständigen Adverbien, die nicht stark betont werden:
Wir können gerne zusammen fahren.
Er soll mir mein Geld wieder geben.
Sehr schön wird der Unterschied im folgenden Beispiel deutlich:
Sie wird wiederkehren vs. Ich muss dort wieder kehren. -
Getrennt oder zusammen? Verbindungen mit “sein”
Geschrieben am 8. Juli 2009 Keine KommentareWeiter geht’s im schwierigen Kapitel der Zusammen- und Getrenntschreibung.
Verbindungen, in denen das Verb sein vorkommt, werden immer getrennt geschrieben. Also zum Beispiel: dabei sein, vorbei sein, auf sein, an sein, fertig sein etc.Natürlich gilt das auch dann, wenn das Verb konjugiert ist oder im Infinitiv mit zu steht:
Es war mir eine Freude, dabei gewesen zu sein.
Ich hoffe, dass die Prüfung bald vorbei ist.
Er schafft es nicht, pünktlich fertig zu sein. -
Getrennt oder zusammen? Substantiv und Verb
Geschrieben am 25. Juni 2009 Keine KommentareWeil es so schön ist, heute ein weiterer Beitrag zum schwierigen Thema Zusammen- oder Getrenntschreibung. Diesmal geht es um Zusammensetzungen aus Substantiv (auch Nomen oder Hauptwort genannt) und Verb (auch Zeitwort genannt).
Diese Verbindungen werden getrennt geschrieben, wenn ein eigenständiges Substantiv mit im Spiel ist: Auto fahren, Tennis spielen, Probe fahren, Korrektur lesen.
Die Getrenntschreibung gilt natürlich auch dann, wenn das Verb konjugiert (gebeugt) wird oder im Infinitiv mit “zu” verwendet wird:
Er hat heute an die hundert Seiten Korrektur gelesen.
Es macht ihr sehr viel Spaß, Tennis zu spielen.Zusammen wird allerdings dann geschrieben, wenn das Substantiv als verblasst gilt:
eislaufen, heimbringen, teilnehmen, leidtun, nottun, stattfinden.Die Wahlfreiheit besteht bei den folgenden Fällen:
Acht geben/achtgeben
Halt machen/haltmachen
Maß halten/maßhalten -
Getrennt oder zusammen? Adjektiv und Verb
Geschrieben am 23. Juni 2009 4 KommentareHeute behandle ich eines der nach wie vor schwierigsten Gebiete der deutschen Rechtschreibung: die Getrennt- und Zusammenschreibung. Hier gilt es, sich je nach Wortarten, die vorkommen, mehrere Regeln einzuprägen. Die Getrennt- oder Zusammenschreibung hängt davon ab, ob es sich um eine Zusammensetzung aus Verb + Verb (z.B. schlafen gehen), Substantiv + Verb (z.B. Tennis spielen), Adjektiv + Verb, Adjektiv + Partizip (z.B. blendend weiß) handelt usw. Im heutigen Eintrag geht es um Zusammensetzungen aus Adjektiv und Verb.
Generell muss unterschieden werden, ob das Wort im wörtlichen oder im übertragenen Sinn verwendet wird. Bei der übertragenen Bedeutung wird zusammengeschrieben, bei der wörtlichen Bedeutung ist beides möglich – ich empfehle hier die Getrenntschreibung. Beispiele:
Wörtliche Bedeutung: Auf dieser Treppe kann man schwer fallen.
Übertragene Bedeutung: Diese Aufgabe wird uns schwerfallen.Wörtliche Bedeutung: Ich werde das Dessert kalt stellen.
Übertragene Bedeutung: Er will seinen politischen Gegner kaltstellen.Unüblich ist allerdings die Getrenntschreibung bei Wörtern, die mit fest-, voll- oder tot- beginnen: festschrauben, volltanken, totschlagen. Hier schreibt man immer zusammen.
Wenn nicht ganz klar ist, ob es sich um eine übertragene Bedeutung handelt, kann getrennt oder zusammengeschrieben werden:
gering schätzen/geringschätzen, lästig fallen/lästigfallen, übel nehmen/übelnehmen, übrig bleiben/übrigbleiben.Also merke: Bei Verbindungen aus Adjektiv und Verb wird im übertragenen Sinne zusammengeschrieben. Im wörtlichen Sinn darf getrennt oder zusammengeschrieben werden. Ich empfehle hier die Getrenntschreibung.
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Wie schreibt man Zusammensetzungen mit “irgend”?
Geschrieben am 23. Mai 2009 Keine KommentareHeute ein eindeutiger Fall der Zusammenschreibung: Verbindungen, in denen jemand vorkommt, werden zusammengeschrieben, also z.B. irgendjemand, irgendwohin, irgendwie. Dabei ist es unerheblich, dass das Wort dadurch sehr lang wird.
Ausnahme, die aber eher in der gesprochenen Sprache als in der geschriebenen Sprache vorkommt: Sobald sich nach dem jemand ein so einschleicht, wird in drei Wörtern geschrieben: irgend so jemand, irgend so eine komische Frage.
Beispiele:
In meine Wohnung wurde eingebrochen. Irgendwie muss irgendjemand irgend so eine Ahnung gehabt haben, dass ich auf Urlaub war. -
Zusammenschreibung von Substantiven
Geschrieben am 21. Mai 2009 1 Kommentar
Wer ein bisschen durch die Geschäfte schlendert, wird mit Rechtschreibfehlern auf Werbeschildern und Plakaten überhäuft: Da gibt es Milch Kaffee im Kaffeehaus, Bonus Punkte beim Drogerieladen BIPA (siehe Foto), einen neuen Friseur Salon bei mir um die Ecke. Diese Schreibweise war schon immer falsch und ist auch nach wie vor falsch.Warum? Es handelt sich hier um zusammengesetzte Substantive – also um Wörter, die aus mehreren Hauptwörtern bestehen, also z.B. aus Milch und Kaffee. Nur: Anders als im Englischen schreibt man im Deutschen zusammengesetzte Substantive immer zusammen. Also: Milchkaffee, Bonuspunkt, Friseursalon.
Wenn es der besseren Lesbarkeit dient, können Sie auch einen Bindestrich setzen. Beispielsweise kürzlich gelesen: Krokodils-Dung. Klassiker: Desktop-Publishing statt dem unübersichtlichen Desktoppublishing und Umsatzsteuer-Tabelle anstatt Umsatzsteuertabelle.


