Plural englischer Wörter auf -y

birthday dogEine der Änderungen, die seit der Rechtschreibreform gelten, hat sich bisher noch nicht überall herumgesprochen: die Pluralbildung englischer Wörter, die auf -y enden und auch im Deutschen verwendet werden.

Früher mussten wir uns dafür die entsprechende Regel im Englischen merken, heute macht es uns die deutsche Rechtschreibung einfach: Es wird an den Singular schlicht und ergreifend ein s drangehängt. Das entspricht einer der möglichen – wenn auch seltenen – Arten der Pluralbildung im Deutschen.

Hier ein paar der entsprechenden Klassiker, jeweils im Singular und im Plural:

Handy → Handys

 Baby → Babys

 City → Citys

 Lady → Ladys

Party → Partys

Wer will Staub saugen?

housewife dogBei der Zeitungslektüre (vermutlich ging es wieder mal um die „klassische” Aufgabenteilung zwischen Frau und Mann im Haushalt) stach mir das Verb Staub saugen ins Auge. Ich war mir nicht sicher, ob es nicht staubsaugen heißen muss, ob also das Substantiv als verblasst gilt, vergleichbar mit eislaufen, stattfinden, heimgehen etc. (nähere Ausführungen dazu gibt’s hier und hier).

Die nette Antwort lautet: Es ist beides möglich. Wir können also staubsaugen oder Staub saugen. Dekliniert heißt es dann wahlweise ich habe staubgesaugt oder ich habe Staub gesaugt. Gleiches gilt natürlich auch für andere Verbindungen mit Staub, also etwa staubwischen bzw. Staub wischen.

Ob das eine besonders lustige Tätigkeit ist, ist natürlich eine andere Frage. Während mittlerweile viele selbsterklärt moderne Männer das Kochen als Hobby anführen, scheint mir das Staubsaugen weniger beliebt zu sein.

Fehlerquelle bei Superlativen

Badge of honorSuperlative sind ja an sich etwas Feines, sofern deren Gebrauch nicht überstrapaziert wird. Gerne sorgen sie auch für Probleme bei der Rechtschreibung, entweder in diesem Zusammenhang oder in folgendem:

Ich habe viele gute Schülerinnen, aber Anna ist die beste von allen.

Wer war wohl diesmal wieder der schnellste aller Läufer?

Sie war die anmutigste aller Tänzerinnen.

Oft werden die oben fett gedruckten Superlative großgeschrieben. Hier gibt es aber keine Alternative zur Kleinschreibung, da sich der Superlativ auf das jeweils unterstrichene Substantiv bezieht, das entweder vor dem Superlativ oder nach ihm im Satz vorkommt. Genau genommen wird das eigentlich substantivierte Adjektiv als Attribut des Substantivs verstanden und deshalb kleingeschrieben.

Vier Augen sehen mehr als zwei

AugeDa bekanntlich zwei Paar Augen mehr sehen als nur eins, gibt es in vielen Unternehmen das Prinzip, dass zwei Personen ein Dokument prüfen, einen Prozess freigeben oder Ähnliches. Diese Vorgangsweise nennt sich das Vier-Augen-Prinzip.

Kürzlich stolperte ich in einem Text über die Schreibweise *vier Augen Prinzip. Huch, das tut weh! Bei diesem Wort handelt es sich um ein aus mehreren Bestandteilen zusammengesetztes Substantiv. Die goldene Regel lautet, dass diese Bestandteile nicht getrennt werden dürfen. Theoretisch könnten wir das Wort auch in einer „Wurst” schreiben, also Vieraugenprinzip. Allerdings ist dies schwer lesbar. Sehr viel besser für den Lesefluss ist Vier-Augen-Prinzip. Sobald wir die 4 als Ziffer schreiben, muss auf jeden Fall durchgekoppelt werden, das heißt, es müssen Bindestriche gesetzt werden: das 4-Augen-Prinzip.

Mir persönlich gefällt die Variante Vier-Augen-Prinzip am besten.

Sätze ohne Kommas

Kommafreie_ZoneMein heutiger Beitrag wendet sich an die hartnäckige (und riesige!) Fraktion derer, die ständig Kommas zwischen Satzteilen setzen, wo sie überhaupt nicht hingehören. Wie bereits das eine oder andere Mal ausgeführt, sind Kommas dazu da, Haupt- von Nebensätzen abzutrennen, Aufzählungen zu signalisieren etc. Reguläre Satzglieder wie Subjekt, Verb, Objekt, adverbiale Bestimmung etc. sind nie mit Kommas abzutrennen. Diese Satzteile erkennen wir am besten daran, dass wir folgende Fragen stellen: wer, was, wann, wie, warum? Diejenigen Satzteile, die Antwort auf diese Fragen geben, sind reguläre Bestandteile eines Satzes und dürfen nicht mit Kommas abgetrennt werden. Alles klar? Hier ein Beispiel:

Serena Williams (wer?) hat das Tennismatch gegen Ana Ivanovic (was?) vorgestern Abend (wann?) in Melbourne (wo?) nach langem Kampf (wie?) verloren.

Wie unschwer zu erkennen ist, spiele ich gerne Tennis und sehe es mir gerne im Fernsehen an. Das wird wieder eine lange Nacht …