Der Unterschied zwischen „das“ und „dass“

Heute eine Regel, die wohl jede/r schon mal gehört hat, die aber für viele Fehler sorgt.

Also: Das ist ein Artikel und ein Relativpronomen (das heißt, es steht für ein Substantiv). Dass hingegen ist eine Konjunktion, also ein Bindewort.

Beispiele für Artikel bzw. Relativpronomen: Sie will ein Haus, das ihren Ansprüchen genügt. Sie hat ein Auto, das schon sehr alt ist.

Hier bezieht sich das das auf das davor stehende Substantiv, nämlich Haus bzw. Auto. Hier können Sie das das durch welches ersetzen – immer ein eindeutiges Indiz dafür, dass es sich um ein Relativpronomen handelt, das Sie immer mit einem s schreiben.

Beispiel für Konjunktion: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Was rätst du mir, dass ich tun soll?

Wenn Sie hier versuchen, das dass durch ein welches zu ersetzen, ergibt der Satz keinen Sinn mehr. Also: Wenn die Ersetzung mit welches nicht klappt, haben Sie es mit der Konjunktion dass zu tun und die schreibt sich mit Doppel-s.

Katastrophen mit Apostrophen

Gut, aber orthografisch falsch sind die Schoko-Dinger von „Dickmann’s“. Warum? Ein sehr häufiger Fehler im Deutschen: Wohl in Anlehnung an den englischen Genitiv wird er fälschlicherweise oft auch im Deutschen mit Apostroph und angehängtem s gebildet. Es muss also mitnichten Dickmann’s, sondern Dickmanns heißen.

Das Gleiche gilt für Elisabeths Hütte, Fritz Muliars Lieblingskipferl und Philipps Fahrschule. Widerstehen Sie dem Drang, hier ein Apostroph vor dem s zu setzen!

Sehr oft werden seltsamerweise auch Apostrophe beim Plural gesetzt, was übrigens auch im Englischen grundverkehrt ist. Das liest sich dann so: Preishit’s, Bikini’s, Euro’s und lässt Sprachprofis erschaudern. Hierbei haben wir es mit dem „Deppenapostroph“ zu tun. Hervorragende Katastrophen mit Apostrophen können Sie hier nachlesen: www.deppenapostroph.de

Korrekte Schreibweise von „viel“, „wenig“, „eine, „andere“

Große Schwierigkeiten bereiten die Zahladjektive viel, wenig, eine, andere sowie auch meiste in Verbindungen. Man merke: Hier gilt die Kleinschreibung, auch wenn die Formulierungen als Substantivierungen aufgefasst werden können. Es handelt sich hierbei also um Ausnahmen:

Unter den vielen, die anwesend waren, war kaum jemand begeistert.
Die meisten sind mit wenigem zufrieden.
Alles andere besprechen wir morgen.
Der eine oder andere wird es schon verstanden haben.
Das meiste wusste ich schon.

Wenn Sie jetzt einwenden, dass es einen Film namens „Das Leben der Anderen“ gibt: Stimmt: Hier handelt es sich quasi um eine Ausnahme der Ausnahme, wenn Sie auf den substantivischen Charakter des Zahladjektives (hier andere) hinweisen wollen, wobei natürlich auch die Kleinschreibung korrekt ist. Mein Tipp: Prägen Sie sich die Kleinschreibung ein und ignorieren Sie diese Ausnahme.

Großschreiben müssen Sie allerdings andere unbestimmte Zahladjektive wie z.B. jeder Einzelne, das Geringste, alles Übrige, das Ganze, alles Mögliche, alles Weitere. Sowieso immer groß die folgenden Substantivierungen: Der Letzte wird der Erste sein.

Wie schreibt man Zusammensetzungen mit „irgend“?

Heute ein eindeutiger Fall der Zusammenschreibung: Verbindungen, in denen jemand vorkommt, werden zusammengeschrieben, also z.B. irgendjemand, irgendwohin, irgendwie. Dabei ist es unerheblich, dass das Wort dadurch sehr lang wird.

Ausnahme, die aber eher in der gesprochenen Sprache als in der geschriebenen Sprache vorkommt: Sobald sich nach dem jemand ein so einschleicht, wird in drei Wörtern geschrieben: irgend so jemand, irgend so eine komische Frage.

Beispiele:
In meine Wohnung wurde eingebrochen. Irgendwie muss irgendjemand irgend so eine Ahnung gehabt haben, dass ich auf Urlaub war.

Kein Komma nach Grußformel!

Heute ein Fehler, der mir jeden Tag x-mal begegnet, wodurch das Ganze allerdings nicht richtiger wird. In meinem E-Mail-Eingang tummeln sich dutzende Mails, die alle so oder ähnlich aufhören:

Liebe Grüße, Manuela
Mit freundlichen Grüßen, Barbara Hochgatterer
Beste Grüße, Elena Fleischhacker

Was haben die oben stehenden so genannten „Grußformeln” gemeinsam? Genau – bei allen steht ein Komma zwischen den abschließenden Worten und dem Namen der Absenderin. Nur: Das ist bei allen falsch. Möglicherweise schwappt hier der englische Sprachgebrauch ins Deutsche herüber, weil im Englischen sehr wohl nach der Grußformel ein Komma stehen muss. Oder vielleicht machen es die meisten Menschen einfach instinktiv falsch.

Wie dem auch sei: Nach der Grußformel darf kein Komma stehen! Im Duden-Wortlaut („Richtiges und gutes Deutsch”, Band 9) liest sich das dann so: Die Grußformel […] und steht ohne Punkt, Komma oder Ausrufezeichen.

Da hier allerdings die Kommasetzung grassiert, würde es mich nicht wundern, wenn in einigen Jahren auch diese Variante erlaubt wäre. Denn: Der Duden arbeitet nicht nur normativ, also vorschreibend, sondern auch deskriptiv, d.h. er bildet die Realität des Sprachgebrauches ab.