Kommasetzung: die Klassiker, Teil 1

Sowohl nach der alten als auch nach der neuen deutschen Rechtschreibung werden Kommas folgenderweise verwendet:

Bei Aufzählungen, z.B.: Quadratisch, praktisch, gut.

Kein Komma, wenn die Teile der Aufzählung durch eines der folgenden Wörter verbunden sind: und, oder, sowie, entweder – oder, sowohl – als auch, weder – noch.

Beispiele:
Ich kaufe Käse und Wurst.
Heute gehe ich entweder Tennis spielen oder laufen.
Er wird weder heute noch morgen kommen.
Sie mag sowohl die französische als auch die lateinamerikanische Literatur.

Diese Regel ist wie erwähnt unverändert. Dennoch ist und bleibt der zweite Teil der Regel eine sehr häufige Fehlerquelle.

Die nächsten Komma-Klassiker folgen in Bälde.

Korrekte Schreibung der Tageszeiten und Wochentage

Eine oft gestellte Frage lautet: Wie schreibt man Tageszeiten und Wochentage?

Die Substantive Morgen, Vormittag, Nachmittag und Abend schreibt man in Verbindung mit gestern, heute und morgen groß:

gestern Abend, heute Nachmittag, morgen Vormittag.

Tageszeiten in Verbindung mit Wochentagen werden groß- und zusammengeschrieben: am Montagabend, am Dienstagmorgen, am Mittwochnachmittag.

Achtung: Die auf s endenden Adverbien schreibt man nach wie vor klein: mittags, vormittags, nachts, untertags etc.

Was bringt die neue deutsche Rechtschreibung?

Vielleicht sollte die Frage andersrum lauten, nämlich: Was bringt die neue deutsche Rechtschreibung nicht?

Da sich viele Mythen rund um die neue Rechtschreibung ranken, hier die Fakten:

Das ß wurde nicht abgeschafft – es steht nach langem Vokal und nach Doppellaut (ai, au, ei, äu, eu). also z.B. Maß, heißen, beißen, außerdem, grüßen.

Die Kommasetzung ist nicht willkürlich geworden. Im Gegenteil: Sie ist einfacher geworden und erlaubt in vielen Fällen die Wahlfreiheit. Als Faustregel gilt: Wenn Sie die Kommaregeln vor 1996 beherrschten, brauchen Sie nicht umzulernen.

Die Großschreibung wurde nicht abgeschafft! Es war auch nie angedacht, das zu tun. Allgemein ist die Groß- und Kleinschreibung im Vergleich zu früher sehr viel logischer geworden. Schrieb man z.B. früher in bezug auf aber mit Bezug auf, werden jetzt, mit wenigen Ausnahmen, Substantive immer großgeschrieben:  des Öfteren, im Übrigen, im Nachhinein etc.

Die Zusammen- und Getrenntschreibung wurde nicht erschwert, sondern viel durchschaubarer gestaltet. Dennoch: Dieses Gebiet ist und bleibt das schwierigste der deutschen Rechtschreibung. Hier lohnt es sich, ein Übungsbuch wie z.B. „So schreibt man jetzt“ vom Dudenverlag durchzuackern.

Eine deutliche Vereinfachung bringt auch die Schreibung nach dem Stammprinzip, also:  Platz -> platzieren, Nummer -> nummerieren.

Wichtig: An den Grundlagen der deutschen Rechtschreibung hat sich nichts geändert. Folgerichtig sind auch die meisten Fehler, die im heutigen deutschen Sprachgebrauch auftauchen, ganz „klassische“ Fehler, die nichts mit der neuen deutschen Rechtschreibung zu tun haben. Deshalb ist die neue deutsche Rechtschreibung auch eine hervorragende Ausrede für all jene, die schon vor der Reform 1996 mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß standen.

Die gute Nachricht: Ergreifen Sie die Gelegenheit, um sich die deutsche Rechtschreibung anzueignen – denn Sie lernen für die Ewigkeit. Die vorletzte Reform fand 1901 statt – die nächste kommt also so schnell nicht!