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Von Gedankenstrichen und Leerzeichen
Geschrieben am 28. April 2010 12 KommentareAnlässlich des Vulkanausbruches wurde ja plötzlich sehr viel Zug gefahren. Vielleicht erreichte mich deshalb kürzlich per E-Mail die Frage, welche Schreibweise korrekt sei, diese:
die Strecke Bozen-Verona
oder diese:
die Strecke Bozen – Verona
Gute Frage! Auch ich hatte über eine ähnliche Frage lange nachgegrübelt und im Duden gesucht. Konkret ging es bei mir um die Verwendung von Leerzeichen bei Gedankenstrichen im Falle von Zeitangaben. Also die Wahl zwischen:
Die Behandlung dauert 55–60 Minuten und
Die Behandlung dauert 55 – 60 MinutenUm die Frage des Lesers zumindest vorab mal zum Teil zu beantworten: Es muss auf jeden Fall ein Gedankenstrich her. Die kniffligere Frage ist die nach den Leerzeichen.
Das Lustige daran ist, dass der Duden schreibt, dass kein Leerzeichen stehen darf, wodurch also beim obigen Zeitbeispiel nur die erste Variante richtig wäre. Gleichzeitig weist der Duden darauf hin, dass laut DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) sowohl vor dem Gedankenstrich als auch danach ein Leerzeichen zu stehen hat. Nun muss also jede für sich selbst entscheiden, ob sie sich eher nach dem Duden oder nach einer Norm richten möchte. Prinzipiell liegt mir eher der Duden am Herzen, aber rein optisch gefällt mir die Leerzeichen-Variante besser. Wie geht es euch dabei?
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Wozu taugt der Gedankenstrich?
Geschrieben am 9. April 2010 3 KommentareWidmen wir uns heute einem Satzzeichen, das zunehmend in Vergessenheit gerät, obwohl es sehr schöne Möglichkeiten der Satzstrukturierung bietet. Willkommen in der Welt des Gedankenstrichs!
Laut Duden ist der Gedankenstrich ein “stärkeres” Satzzeichen als etwa Komma oder Doppelpunkt.
Der einfache Gedankenstrich wird etwa zur Signalisierung einer Pause, eines Gedankenwechsels mitten im Satz oder zur Verstärkung eines abschließenden Satzteils verwendet:
Warte mal – es fällt mir gleich ein.
Da hilft nur noch eins – sofort operieren!
Er sagte kurzfristig ab – einfach per E-Mail.
Dann gibt es noch den so genannten “paarigen” Gedankenstrich, also den Gedankenstrich im Doppelpack. Er dient zur Abgrenzung eingeschobener Sätze oder Satzteile.
Ihre Forderung – wir sagen es nochmals – finden wir unverschämt.
Dieses Buch – das wohl beste dieser Autorin – wurde in 17 Sprachen übersetzt.Achtung: Wenn der Einschub am Ende ein Komma enthält, so entfällt dieses:
Manche Tiere – etwa Junia, meine Katze – sind sehr anhänglich.
Aber: Manche Tiere, etwa Junia, meine Katze, sind sehr anhänglich.Andere Satzzeichen wiederum bleiben bei Einschüben zwischen Gedankenstrichen erhalten:
Mein Bruder – du hast ihn doch kennen gelernt? – macht gerade Urlaub.
Er will – leider! – nicht nach Wien reisen.





