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Komma bei Infinitiv mit “zu”
Geschrieben am 13. Januar 2010 1 KommentarEine Leserin auf Facebook hat mir ein gutes Stichwort gegeben: Infinitiv mit zu. Heute sehen wir uns an, was es mit der Kommasetzung beim Infinitiv mit zu auf sich hat und was ein Infinitiv eigentlich ist.
Dass ein Infinitiv die Grundform eines Verbs ist, dürfte bei Sprachbegeisterten bekannt sein. Wie der Name schon sagt, wird ein Infinitiv mit zu von einem zu begleitet: Er verspricht nach der Probe zu kommen.
Wie sieht es nun mit der Kommasetzung aus?
Im oben genannten Satz ist die Kommastellung freigestellt. Richtig ist also auch:
Er verspricht, nach der Probe zu kommen.
Wenn allerdings der Infinitiv mit zu (= Infinitivgruppe)
a) mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als eingeleitet wird, muss unbedingt ein Komma stehen.
Beispiel: Um von Wien nach Salzburg zu gelangen, muss man über Linz fahren.b) von einem Substantiv abhängt, muss ebenso ein Komma stehen.
Beispiel: Sie verfolgt das Ziel, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen.c) von einem hinweisenden Wort wie es oder hier abhängt, muss auch unbedingt ein Komma gesetzt werden.
Beispiel: Ich liebe es, im Schnee spazieren zu gehen.Genauere Informationen über diese drei Fälle lesen Sie hier.
Übrigens gibt es auch im Falle von b) und c) die Möglichkeit, das Komma wegzulassen, wenn der Infinitiv nicht näher bestimmt ist.
Beispiele: Sie verfolgt das Ziel, Geld zu verdienen. (hier fällt die nähere Bestimmung möglichst viel und möglichst schnell weg)
Ich liebe es spazieren zu gehen. (hier fällt die nähere Bestimmung im Schnee weg)
Allerdings ist, wie immer, darauf zu achten, dass durch das Weglassen des Kommas keine Missverständnisse entstehen. Schließlich dient das Komma ja dazu, einen Satz zu strukturieren und verständlich zu machen.
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Knifflige Kommas
Geschrieben am 11. Januar 2010 16 KommentareHeute habe ich wegen einer kniffligen Kommafrage die (kostenpflichtige) Duden-Hotline bemüht. Nach der Erklärung kommt mir die Lösung kinderleicht vor. Ich gestehe, dass ich aber davor sehr lange hin- und herüberlegt habe und nicht sicher war, welche Variante richtig ist. Hier der schwierige Satz.
Die Selbstständigen wurden von den Parteien, aber auch von den Interessensvertretungen, nachhaltig ignoriert.
oder
Die Selbstständigen wurden von den Parteien, aber auch von den Interessensvertretungen nachhaltig ignoriert.
Lösung: Nur der zweite Satz ist richtig. Dass vor aber ein Komma stehen muss, war mir klar (steht immer vor aber, jedoch, doch, sondern). Die große Frage war, ob vor nachhaltig auch ein Komma stehen muss. Antwort: nein. Erklärung: Es handelt sich um eine Aufzählung, wobei die Parteien und die Interessensvertretungen die beiden Elemente dieser Aufzählung sind (die Konjunktion aber ändert nichts daran, dass es sich um eine Aufzählung handelt). Es handelt sich also mitnichten um einen Einschub, der mit zwei Kommas abgetrennt werden müsste, sondern eben um eine Aufzählung, die kein weiteres Komma verlangt. Schließlich steht nach dem letzten Element einer Aufzählung nie ein Komma. Da ist ungefähr so wie beim folgenden Satz, bei dem kurz und intensiv die Elemente der Aufzählung sind:
Ich habe kurz, aber intensiv mit meiner Doktormutter gesprochen.
Anders verhält es sich natürlich, wenn danach ein Nebensatz folgt:
Ich habe kurz, aber intensiv mit meiner Doktormutter gesprochen, bevor sie zum Kongress nach Berlin abgereist ist.
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Kommasetzung bei Beifügungen
Geschrieben am 2. Dezember 2009 Keine KommentareAn dieser Stelle hatte ich bereits einmal berichtet, wie Kommas bei Einschüben korrekt gesetzt werden. Eines meiner Beispiele war folgendes:
Boris Becker, jüngster Wimbledon-Sieger aller Zeiten, macht Werbung für Bier.Was wäre aber, wenn Boris Becker hinter jüngster Wimbledon-Sieger aller Zeiten stünde?
Das würde dann so aussehen:
Der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten, Boris Becker, macht Werbung für Bier.Das Interessante daran ist, dass in diesem Fall die Kommasetzung freigestellt ist. Es ist also sowohl die oben genannte Variante als auch diese richtig:
Der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten Boris Becker macht Werbung für Bier.Der Duden erklärt das folgendermaßen: Folgt der Eigenname einem Titel, einer Berufsbezeichnung und dergleichen, so kann man das Komma weglassen. Als Beispiel wird angeführt: Der Erfinder der Buchdruckerkunst [,] Johannes Gutenberg [,] wurde in Mainz geboren.
Allerdings würde ich im oben genannten Boris-Becker-Beispiel dringend empfehlen, sehr wohl die beiden Kommas zu setzen, weil der Satz ansonsten nicht gut gegliedert und schwer lesbar ist.
In diesem Fall aber könnte ich mich durchaus mit der Version ohne Kommas anfreunden:
Der Angeklagte, Räuber Hotzenplotz, erschien nicht zur Verhandlung.Merke also: Wenn der Eigenname vor dem erklärenden Einschub steht, müssen Kommas gesetzt werden. Wenn aber der Eigenname hinter einer Beifügung steht, ist die Kommasetzung fakultativ.





