Tipps von der Deutsch-Expertin
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  • Genau so hatte ich mir das vorgestellt

    Geschrieben am 9. November 2010 Dagmar Jenner 5 Kommentare

    Was für eine lange Funkstille! Zwischendurch war ich eine Woche bei einer Konferenz der American Translators Association (die sich ohne Apostroph schreibt) in Denver. Knapp nach meiner Rückkehr ging es dann so richtig rund. Genau so hatte ich mir das leider auch vorgestellt. Womit wir auch beim heutigen Thema wären, dem Wörtchen genauso bzw. genau so. Bevor ich es schreibe, muss ich immer kurz nachdenken. Deshalb habe ich die wichtigsten Informationen für mich und andere, die auch damit kämpfen, zusammengeschrieben. Bitte sehr:

    Genauso in dieser Schreibweise ist ein Synonym für ebenso und schreibt sich in einem Wort. Kommt ein Adjektiv dazu, wird getrennt geschrieben:

    Es geht mir genauso wie dir: Ich mag dieses Wetter nicht.
    Er spielt genauso gut Klavier wie sein Bruder.
    Ich habe genauso viel Hunger wie du.

    Im zweiten Fall ist genau eine Verstärkung und muss getrennt vom so geschrieben werden:

    Genau so war es!
    Die Prüfung war genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

  • Das Nonplusultra

    Geschrieben am 27. September 2010 Dagmar Jenner 2 Kommentare

    Es ist immer wieder interessant, sich anzusehen, nach welchen Schreibweisen so gegoogelt wird. Das gibt Aufschluss über Wörter, bei deren Rechtschreibung Unsicherheit besteht. Das große Problem dabei ist, dass etwa auch das Googeln nach *nähmlich sehr, sehr viele Ergebnisse bringt und die Suchenden dazu verleiten könnte zu glauben, diese Schreibweise wäre richtig. Dem ist natürlich mitnichten so.

    Erstaunlich viele Leute geben bei Google non plus ultra ein. Während die Wendung aus dem Lateinischen kommt und nicht noch weiter bedeutet, wird sie im Deutschen ausschließlich als Substantiv verwendet. Und Substantive schreiben sich bekanntlich groß und zusammen, manchmal mit Bindestrich. Hier aber bitte nur aus einem Guss: das Nonplusultra. Verwendungsbeispiel:

    Das iPhone ist das Nonplusultra der modernen Spielzeugkiste.

  • Füllwörter richtig schreiben: aha, oje, na ja & Konsorten

    Geschrieben am 16. April 2010 Dagmar Jenner 1 Kommentar

    Wer kennt sie nicht, die Füllwörter, die wenig Aussagekraft haben und in der gesprochenen Sprache sehr häufig verwendet werden: na ja, hm, ah ja, aha, oje und Konsorten.

    Gelegentlich kommen sie auch im Schriftlichen vor, etwa in E-Mails. Ich zumindest verwende hin und wieder in E-Mails na ja – und war erstaunt, als ich kürzlich zur Sicherheit nachschlug und erfuhr, dass sich dieses Füllwort getrennt schreibt. Aha, oje, hm wiederum schreiben sich zusammen. Wir sehen: Es lässt sich keine Gesetzmäßigkeit ableiten. Soso als Antwort auf die Frage des eigenen Befindens schreibt sich zusammen.  Im Sinne von aha, alles klar würde ich aber eher getrennt schreiben: So so, du hast also im Lotto gewonnen! Zu diesem Bedeutungsunterschied und der entsprechenden Schreibweise findet sich aber leider keine Information im Duden.

    Einleuchtend ist die Getrenntschreibung von ah ja, weil hier die einzelnen Bestandteile noch nicht als miteinander verschmolzen gelten. Bei na ja wiederum (siehe oben), hätte ich darauf getippt, dass diese beiden Wörter bereits als Einheit gelten. Dem ist aber nicht so. Na ja!

  • Die Stellung des Reflexivpronomens “sich”

    Geschrieben am 5. November 2009 Dagmar Jenner 2 Kommentare

    Vor kurzem wurde mir die knifflige Frage gestellt, ob es zwischen Deutschland und Österreich Unterschiede bei der Positionierung des Reflexivpronomens sich gäbe. Darauf wusste ich keine Antwort, zumal es sich hier weniger um eine orthografische als um eine grammatikalische Frage handelt. Der Grammatik-Duden weiß natürlich Bescheid, liefert aber keinerlei Hinweise auf eine unterschiedliche Verwendung in Österreich und Deutschland.

    Im heutigen Sprachgebrauch wird das Reflexivpronomen sich möglichst weit nach vorne gezogen. Im Nebensatz steht es also nach dem Einleitewort und im Hauptsatz nach dem Verb:

    Sich im Nebensatz: Das Publikum klatschte, als sich der Künstler verbeugte.
    Sich im Hauptsatz: Heute hat sich meine Freundin verletzt.

    Häufig wird eine andere Wortstellung verwendet - auch diese Möglichkeit ist erlaubt, wobei diese Variante hauptsächlich in der geschriebenen Sprache verwendet wird und weniger in der gesprochenen:

    Sich im Nebensatz: Das Publikum klatschte, als der Künstler sich verbeugte.
    Sich im Hauptsatz: Heute hat meine Freundin sich verletzt.

  • Mit Hilfe der neuen Rechtschreibung zu Stande gekommen

    Geschrieben am 30. Oktober 2009 Dagmar Jenner 2 Kommentare

    Die neue deutsche Rechtschreibung macht es möglich: Substantive werden jetzt bis auf wenige Ausnahmen konsequent großgeschrieben. Deshalb sind nun die folgenden Schreibweisen möglich:

    mit Hilfe von
    zu Gute kommen
    zu Stande kommen

    Wem das eigenartig bzw. gewöhnungsbedürftig vorkommt, kann weiterhin kleinschreiben, dann aber unbedingt zusammen:

    mithilfe von
    zugute kommen
    zustande kommen

  • Von Leitenden Direktoren und Regierenden Bürgermeistern

    Geschrieben am 22. Oktober 2009 Dagmar Jenner 2 Kommentare

    Finden Sie, dass die Adjektive oben in der Titelzeile etwas eigenartig anmuten? Das geht mir auch so, aber so will es die deutsche Rechtschreibung.

    Adjektive in Verbindung mit Substantiven werden großgeschrieben, wenn sie zusammen einen Eigennamen bilden:

    der Blaue Planet (= die Erde), die Dritte Welt, die Große Mauer, das Zweite Deutsche Fernsehen

    Analog dazu wird auch bei Titeln und Ehrenbezeichnungen das Adjektiv großgeschrieben:
    Ihre Königliche Hoheit, der Heilige Vater, der Regierende Bürgermeister, der Leitende Bibliotheksdirektor

    Genau so verhält es sich bei historischen Ereignissen und Epochen:
    der Zweite Weltkrieg, der Westfälische Frieden