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Was tun mit fremdsprachigen Substantiven?
Geschrieben am 23. August 2010 6 KommentareHeute ereilte mich die knifflige Frage, wie mit fremdsprachigen Substantiven in einem deutschen Text in Hinblick auf Groß- und Kleinschreibung umzugehen sei. Hier ein paar Beispiele der “Problemfälle”, wobei die “Probleme” mit Sternchen markiert sind:
Claudio Monteverdi
Durch ihn wurde der neu entwickelte Kompositionsstil der florentinischen Schule, der auf den Generalbass basiert, weiterentwickelt (*seconda prattica*).Francesco Landini
1361 wurde ihm in Venedig der Titel *Poeta laureatus* (lorbeergekrönter Dichter) verliehen.Adam de la Halle
Sein Hirtenspiel *Le jeu de Robin et Marion* (Robin und Marion) gilt als Vorläufer des französischen komischen Theaters.Der Duden schreibt dazu in Band 9 (”Richtiges und gutes Deutsch”) unter “Fremdwort”, dass bei mehrteiligen Substantiven das erste Wort sowie substantivische Bestandteile im Inneren der Fügungen großzuschreiben sind. Alles andere schreibt sich klein. Die folgenden Beispiele werden angeführt: Cordon bleu, Status quo, Corpus Delicti, Eau de Toilette.
Analog lautete die korrekte Schreibweise der oben genannten “Problemfälle” folgendermaßen:
Seconda Prattica
Poeta laureatus
Le Jeu de Robin et MarionBlöderweise ist es dazu notwendig, in der jeweiligen Fremdsprache die Substantive identifizieren zu können, was nicht immer leicht ist.
Bei Fügungen, die gar nichts mit Substantiven am Hut haben, wird immer kleingeschrieben: de facto, a cappella.
Fremdwörter, Groß-/Kleinschreibung a cappella, Cordon bleu, Eau de Toilette, Fremdsprachige Substantive, Großschreibung Fremdwörter, Status quoWenn Sie meine Beiträge gut finden und der Meinung sind, dass kostenlos zur Verfügung gestellter, qualitativ hochwertiger Content honoriert werden soll, können Sie per Mausklick über Flattr einen kleinen Beitrag in meine Serverkasse fließen lassen. Vielen Dank dafür! Für weitere Informationen klicken Sie hier ...
Antworten zu “Was tun mit fremdsprachigen Substantiven?”

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ich finde ja immer noch die “altmodische” variante, fremdsprachliche wörter/wendungen in ihrer originalgestalt zu lassen und per schriftbild hervorzuheben, am schönsten - ist aber auch etwas bildungshuberisch.
wieso sollte übrigens a cappella nix mit substantiven zu tun haben? was ist denn cappella sonst?
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Karl-Heinz Morré 14. November 2010 um 19:27
Wie ist das eigentlich mit dem Geschlecht fremdsprachiger Hauptwörter? Wenn das Hauptwort in der Fremdsprache einen anderes Geschlecht hat als in Deutsch, und dieses wird in einen deutschen Text eingefügt, welcher unbestimmte Artikel zieht dann? Zum Beispiel heißt das Glas Wein auf Venezianisch “ombra” oder “ombretta”, ist feminin, gefunden habe ich aber “wir gehen einen ombra trinken”; meiner Ansicht nach müßte es heißen: “wir gehen eine ombra trinken”, liege ich da falsch?
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Sebastian 4. Mai 2011 um 12:29
Hallo,
ich würde diesen alten Thread gerne mal auffrischen und die Frage ein wenig erweitern: Wie ist das eigentlich mit dem Deklinieren fremdsprachiger Substantive und feststehender Wendungen in einem deutschen Satz? Das ist gerade dann immer wieder ein Problem, wenn sich diese Substantive oder Wendungen nicht übersetzen lassen, ohne dass bei der Übersetzung ein Teil des Sinns verloren geht.
Beispiel: Die Wendung “Good War” beschreibt im Englischen eine spezifische Wahrnehmung des Zweiten Weltkrieges, die sich nicht so einfach mit “guter Krieg” übersetzen lässt. Heißt es dann “des Good War” oder des “Good Wars”? Oder: des “Good War’s” (um das Genitiv-s besonders zu betonen…)
Klingt nach einer komischen Frage, aber ich habe dieses Problem gerade recht konkret.
Viele Grüße
Sebastian -
Hallo Sebastian,
ich werde diese Frage in meinem nächsten Beitrag behandeln.
LG
Dagmar
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Matthias Mader 23. August 2010 um 21:19