Alle Jahre wieder: Weihnachtskarten schreiben

WeihnachtenVielleicht ist es schon aus der Mode gekommen, aber ich schreibe jedes Jahr ein paar echte Weihnachtskarten. Solche Dinger aus Papier, die man aufklappen kann … altmodisch, was?

Aber egal, ob ihr eure Weihnachtsgrüße per E-Mail oder mit der Schneckenpost verschickt: Die Rechtschreibung sollte da wie dort korrekt sein.

Anscheinend haben meine bescheidenen Bemühungen in den letzten Jahren wenig gefruchtet (siehe hier und hier) … es scheint weiterhin viel Unsicherheit zu herrschen, wie die korrekte Schreibweise dieser verflixten Weihnachtswünsche denn nun lautet.

Dieser Kartenhersteller hat es sich sehr einfach gemacht und schreibt alles klein. Mich persönlich bringen E-Mails, in denen alles kleingeschrieben ist, gehörig auf die Palme. Auch mit dieser Weihnachtskarte hätte ich wenig Freude. Wie geht es euch damit?

So oder so wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit!

Situationselastisch quietschfidel

PatoDie hier abgebildete Ente ist aufgrund ihrer Beschaffenheit aus Plastik sehr elastisch und von ihrem Wesen her quietschfidel … kein Wunder, denn sie hat gerade ihren Doktortitel verliehen bekommen!

Was mich zum Wort des Jahres 2014 in Österreich bringt: situationselastisch. Zu verdanken haben wir es Verteidigungsminister Gerald Klug. Auf die Frage, ob denn nicht Bundeskanzler und Vizekanzler zur Pressekonferenz nach dem Ministerrat zu erscheinen gedenken, meinte er sinngemäß, dass diese Angelegenheit situationselastisch gehandhabt würde. Soll wohl heißen: Wenn sie Zeit und Lust haben, kommen sie. Wenn nicht, dann eben nicht.

Mir persönlich gefällt dieses Wort, weil es so herrlich österreichisch nichtssagend ist, ohne jemandem auf die Füße zu treten. Auch die Jury wusste die „prägnante Unverbindlichkeit” dieser Wortschöpfung zu würdigen. Ob der Sieg beim Wort des Jahres 2014 die Beliebtheitswerte des Verteidigungsministers steigert, steht allerdings in den Sternen.

Übrigens: Zum Unwort des Jahres wurde völlig zu Recht der widerliche Begriff Negerkonglomerat gekürt.

Ich bin dagegen!

ScotlandNach einer ultralangen Sommerpause melde ich mich mit einem superkurzen Artikel zurück. Es geht um die Präposition entgegen. Nach ihr darf kein Komma gesetzt werden, weil es sich um einer adverbiale Bestimmung handelt:

Entgegen der Prognosen war das Referendum in Schottland eindeutig.

Entgegen der landläufigen Meinung findet der erholsamste Schlaf nicht unbedingt vor Mitternacht statt.

Wenn der Satz anders eingeleitet und entgegen im zweiten Teil des Satzes vorkommt, haben wir es mit einer nachgestellten Erläuterung zu tun, die nach einem Komma verlangt:

Sie hat sich für den Auslandsjob entschieden, entgegen der Erwartung ihrer Freundinnen. 

Auf in einen urcoolen Sommer!

dog watching a movieBevor ich vor vielen Jahren nach Wien zog, machte ich es wie der Rest der österreichischen Bevölkerung: Ich lästerte über das Wiener Idiom. Am blödesten fand ich die Vorsilbe ur, die in Wien vor so ziemlich jedes Adjektiv gestellt wird. Aber siehe da: Kaum lebte ich wenige Monate in Wien, war auch bei mir alles ursuper, uranstrengend oder urschön. Als Vorsilbe ist ur immer untrennbar mit dem Adjektiv verbunden.

Derzeit habe ich er ureilig, meine Verkühlung (die bundesdeutsche Erkältung) loszuwerden, weil mich übermorgen ein urlanger Flug in die urcoolen USA erwartet. Dort wird die Klimaanlage bestimmt urkalt eingestellt sein, weshalb ich besonders gut beraten wäre, fit zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen urangenehmen Sommer und vielleicht melde ich mich zwischendurch von der anderen Seite des großen Teichs.

 

Einfach nur beispielhaft

FußgängerInnenDiesem Beispiel von fraueneinbindender Sprache auf einem Schild der Stadt Wien ist nichts hinzuzufügen. Finde ich gut, dass wir im kleinen Österreich in diesem Bereich so beispielhaft unterwegs sind.