Neue deutsche Rechtschreibung

Tipps von der Deutsch-Expertin
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  • Bitte mit scharf!

    Geschrieben am 25. Januar 2012 Dagmar Jenner 14 Kommentare

    Nicht nur in Wien fällt auf, dass die Dichte der Kebab-Laden exponentiell zunimmt. Ob es bei der großen Konkurrenz eine gute Idee ist, den x-ten Kebab-Laden zu eröffnen und ob Banken JungunternehmerInnen einen Gefallen tun, wenn sie dafür Kredite lockermachen, ist eine andere Frage. Jedenfalls gibt es in meiner näheren Umgebung gefühlte 20 solcher Imbisse. Gelegentlich kaufe ich mir einen Kebab oder eine Döner-Box und zucke regelmäßig bei folgender Frage zusammen: „Mit scharf?”

    Da ich es nicht über die Lippen bringe, „ja, bitte mit scharf” zu sagen, beschränke ich mich auf „ja, bitte”. So grammatikalisch unrichtig die Konstruktion auch ist, denn nach mit hat ein Substantiv oder ein Nominalausdruck (etwa „mit uns”) zu folgen, scheint sie sich doch langsam im Sprachgebrauch breitzumachen. Da und dort habe ich es auch von Leuten gehört, deren Muttersprache Deutsch ist und die ganz entschieden wissen, dass „bitte mit scharf” alles andere als astreines Deutsch ist. Sie verwenden die Formulierung wohl bewusst als geflügeltes Wort oder als Augenzwinkern in Richtung Kebab-Stand.

    Wie geht es euch damit? Sagt ihr bewusst „ja, bitte mit scharf”? Alternativen wären vermutlich „ja, bitte mit Chili” (oder was auch immer da drübergestreut wird) oder „ja, bitte scharf würzen”. Glaubt ihr, dass sich „bitte mit scharf” langfristig im Sprachgebrauch durchsetzen wird?

  • Urlaub auf dem Bauernhof vs. Urlaub am Bauernhof

    Geschrieben am 18. Januar 2012 Dagmar Jenner 13 Kommentare

    bauernhofWährend die einen Ski fahren bzw. Schi fahren, machen sich die anderen bereits Gedanken über den Sommerurlaub. Vergangenes Wochenende stach mir in der Zeitung eine kleine Werbung ins Auge, die „Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol” anpries. Das machte mich stutzig; anfangs wusste ich nicht, warum. Bei näherer Betrachtung merkte ich, dass mich die Präposition irritierte. Ad hoc gefällt mir „Urlaub am Bauernhof” besser, was mir auch der gängige Begriff zu sein scheint. Wie geht es euch damit? Falls jemand aus Südtirol mitliest: Ist dort die Bezeichnung „Urlaub auf dem Bauernhof” üblicher?

    An alle anderen: Würdet ihr lieber, wenn überhaupt, am Bauernhof oder auf dem Bauernhof Urlaub machen?

  • Das Wort des Jahres 2011

    Geschrieben am 11. Januar 2012 Dagmar Jenner 4 Kommentare

    Kinder, wie die Zeit vergeht! Vor gefühlten zwei Monaten war ich in Südamerika (tatsächlich war das im April und Mai) und vor gefühlten Wochen war Sommer … und nun ist bereits das nächste neue Jahr angebrochen, mit ihm mein Monat.

    Der Jahresbeginn ist auch immer eine gute Gelegenheit, um das vergangene Jahr Revue passieren zu listen und die eine oder andere Hitparade aufzustellen. So wird auch alle Jahre wieder das „Wort des Jahres” gekürt. In Österreich hat der Euro-Rettungsschirm das Rennen gemacht, gefolgt von„Arabischer Frühling” und „Inseratenkanzler” (was wohl nur jene ad hoc verstehen, die Einblick in die österreichische Innenpolitik haben). In Deutschland hat die Gesellschaft für deutsche Sprache den Stresstest zum Sieger gekürt. Gibt’s etwa in der Schweiz etwas Vergleichbares?

    Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ein persönliches Wort des Jahres oder gar ein persönliches Unwort des Jahres? Um es kundzutun, bitte einfach die Kommentar-Funktion hier unten nutzen.

  • Kollege in Not

    Geschrieben am 31. Dezember 2011 Dagmar Jenner 3 Kommentare

    Der letzte Eintrag des Jahres, den ich hier im USA-Urlaub verfasse, hat so gar nichts mit Rechtschreibung zu tun. Allerdings geht es um ein Thema, das mir noch mehr am Herzen liegt und deshalb bitte ich euch, einen kleinen Beitrag zu leisten. Ein aus Spanien stammender Kollege (Dolmetscher und Übersetzer) hat, wie Millionen Menschen hier in den USA, keine Krankenversicherung (er ist wie ich selbstständig), da er sie sich schlicht nicht leisten kann. Am 23. Dezember erlitt Álvaro Degives-Más einen Herzinfarkt. Die Kosten für die Behandlung im Krankenhaus sind, typisch USA, schwindelerregend hoch. Auch seine Frau ist körperlich schwer angeschlagen und hat mangels Versicherung eine Augenoperation ohne Narkose über sich ergehen lassen. Álvaro ist ein hervorragender Übersetzer und Dolmetscher und Gründungsmitglied des Berufsverbandes für Dolmetschen und Übersetzen in Nevada (NITA). Die von mir und meiner Schwester ins Leben gerufene Spendenaktion läuft seit knapp 48 Stunden. Dank der überwältigenden Solidarität von Menschen in der ganzen Welt sind in kurzer Zeit knapp 3.000 Dollar zusammengekommen und bereits an Álvaro überwiesen. Die einen spenden 5 Dollar, andere 20 oder 50, eine Kollegin sogar knapp 500. Jeder Beitrag zählt. Das Ganze geht denkbar einfach über PayPal und es ist kein Konto bei PayPal notwendig. Weitere Informationen und der Link zur Spende sind hier zu finden. Wenn das keine gute Gelegenheit ist, mit einer guten Tat ins neue Jahr zu starten! Ich sage bzw. schreibe jetzt schon einmal: tausend Dank!

  • Ski fahren, Schi fahren, skifahren?

    Geschrieben am 19. Dezember 2011 Dagmar Jenner 6 Kommentare

    Da ich gerade vom Schifahren in Vail (Colorado, USA) zurückgekommen bin, widmen wir uns diesem Wintersport, dessen Saison gerade beginnt. Die kulturellen Unterschiede zwischen Österreich und den USA beim Anstellen am Schilift wären auch einige Ausführungen wert, haben aber nichts mit der deutschen Rechtschreibung zu tun.  Linguistisch gesehen interessant sind die Deutsch- und Englisch-Varianten, die ausgewanderte Österreicherinnen und Österreicher in den amerikanischen Skigebieten sprechen; aber auch das sprengt den Rahmen. Kehren wir also zurück zum Schifahren bzw. Skifahren.

    Fangen wir beim Sportgerät an: Die Dinger, die wir uns an die Füße schnallen, schreiben sich sowohl Ski als auch Schi. Danach versuchen wir, mit ihnen den Hang runterzufahren, sofern wir das Anstellen am Lift und die Liftfahrt hinter uns gebracht haben. Diese Tätigkeit nennt sich Schi fahren oder Ski fahren, analog zu Auto fahren und Tennis spielen.  Die Schreibweise *skifahren und auch *schifahren ist demnach falsch. Der klassische Einwand ist, dass eislaufen in einem Wort geschrieben wird. Das liegt daran, dass eislaufen eine Ausnahme ist, nachzulesen an dieser Stelle.

    In der Regel wird die Kombination von Substantiv und Verb als Bezeichnung einer Sportart getrennt geschrieben, wobei natürlich das Substantiv großgeschrieben werden muss. Ergo gehen wir Ski fahren oder eben auch Schi fahren. Wenn das Verb konjugiert wird, ändert sich an der Schreibweise des Substantivs und an der Getrenntschreibung nichts: Ich war gestern Ski fahren. Wir planen, am Wochenende Ski zu fahren. Und dass Substantivierungen immer groß- und zusammengeschrieben werden, sollte sich bereits rumgesprochen haben. Falls nicht, gibt es hier Informationen dazu. Grundlegendes zur Substantivierung gibt es hier.

    Beispiele für die Substantivierung: Wir wünschen viel Spaß beim Schifahren!
    Das Schifahren in den Rocky Mountains ist ein teures Vergnügen.
    Natürlich auch möglich: Das Skifahren in den Rocky Mountains ist ein teures Vergnügen.

  • Kommasetzung: zurück an den Start

    Geschrieben am 30. November 2011 Dagmar Jenner 7 Kommentare

    Heute feiern wir ein kleines Jubiläum: Dieser Beitrag ist der 200. Artikel zum Thema Rechtschreibung.

    Da ist es nur schlüssig, dass wir uns dem Thema widmen, das wohl für die größten Schwierigkeiten bei der Rechtschreibung sorgt. Genau, es geht um die Kommasetzung, in Österreich auch Beistrichsetzung genannt. Wenn ihr hier rechts auf die entsprechende Kategorie klickt, könnt ihr alle Artikel, die bisher zu diesem Thema veröffentlicht wurden, nachlesen. Zum Teil geht es um sehr allgemeine Fragen der Kommasetzung. Andere Artikel sind für Fortgeschrittene gedacht.

    Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich noch keinen Artikel über die absoluten Grundlagen der Kommasetzung geschrieben habe. Und weil es stets ganz ratsam ist, am Anfang anzufangen, möchte ich das hiermit nachholen. Diejenigen unter euch, die ein wenig Ahnung von der Kommasetzung haben, werden über die folgenden Ausführungen wahrscheinlich schmunzeln. Aber wer weiß, vielleicht ist die eine oder andere Überraschung dabei …

    Los geht’s!

    1. Kommas dienen im Deutschen dazu, den Satz zu gliedern, damit er leichter lesbar ist. Sie verdeutlichen die Konstruktion des Satzes, etwa indem ein Zusatz oder Nebensatz vom Hauptsatz getrennt wird.
    2. Daraus folgt (zum Leidwesen vieler), dass die korrekte Kommasetzung Basiskenntnisse in Grammatik voraussetzt. Wer einen Hauptsatz nicht von einem Nebensatz unterscheiden kann, wird auch nicht wissen, ob und wo ein Komma zu setzen ist.
    3. Es wird dringend davon abgeraten, nachträglich Kommas zu setzen. Zu welchen Ergebnissen das führt, lese ich jeden Tag in der Zeitung, in Online-Medien und in der Korrespondenz, die ich erhalte.

    Machen wir es heute ganz einfach und sehen wir uns an, wann kein Komma gesetzt werden darf.

    Gewöhnliche Satzglieder dürfen nicht mit Kommas abgetrennt werden. Was ist nun ein gewöhnliches Satzglied? Nun, alle die Elemente, nach denen mit den folgenden Fragen gefragt werden kann: Wer tut etwas? Was tut diese Person? Wen oder was betrifft die Handlung dieser Person?

    Beispiel: Ich lese die Zeitung.

    Ich (wer tut etwas?) lese (was tut diese Person?) die Zeitung (was liest diese Person?).

    Auch wenn sogenannte Umstandsangaben (auch adverbiale Bestimmungen genannt) dazukommen, nach denen etwa mit „wie”, „wo”, „wann” gefragt werden kann, dürfen keine Kommas gesetzt werden. Auch diese Umstandsangaben sind gewöhnliche Satzglieder und dürfen nicht abgetrennt werden.

    Ich lese jeden Morgen beim Frühstück mit großem Interesse mehrere Zeitungen in meiner Küche.

    Eine häufige Fehlerquelle besteht darin, nach einer längeren Umstandsangabe ein Komma zu setzen. Bitte widersteht dieser Versuchung! Im unten stehenden Beispiel darf an keiner Stelle ein Komma gesetzt werden.

    Nach einer langen in einer Bar durchgefeierten Nacht lese ich am Morgen mit großem Interesse die Zeitung.

  • Der Virus oder das Virus?

    Geschrieben am 17. November 2011 Dagmar Jenner 4 Kommentare

    Seit einigen Wochen bin ich mehr oder weniger außer Gefecht, was die lange Sendepause hier erklärt. In Wien, wie wohl in anderen Großstädten auch, gehen eine ganze Menge Viren um. Nachdem ich mich vorerst zwei Wochen lang damit herumgeschlagen hatte, war ich wenige Tage fit, um dann erneut das Bett hüten zu müssen und übelschmeckenden Eibischtee zu trinken.

    Aber genug gejammert! Da wir schon beim Thema Viren sind, die ich oben wohlweislich nur im Plural verwendet habe, möchte ich auf die oft diskutierte Frage eingehen, ob Viren nun maskulin oder neutral sind. Ist der Virus oder das Virus korrekt? Die erfreuliche Antwort: beides.

    Laut Duden wird in der Fachsprache der Artikel das verwendet. Außerhalb der Fachsprache ist auch der Virus zulässig. Wer also einigermaßen gelehrt klingen will, sagt das Virus. Wer nicht, kann eben auch der Virus sagen.

    Auch bei Zusammensetzungen mit Virus stellt sich die Frage des Artikels. Sagt ihr eher der Computervirus oder das Computervirus?

  • Wenn die Lust “auf’s Lesen” vergeht

    Geschrieben am 24. Oktober 2011 Dagmar Jenner 26 Kommentare

    auf_s_lesen_ausschnittIch lese sehr viel und sehr gerne. Meine sehr persönliche Meinung zu den Büchern, die ich im Laufe der Zeit lese, veröffentliche ich in der Form von Rezensionen auf dieser Website. Ich habe also so gut wie immer Lust aufs Lesen. Worauf ich aber überhaupt nicht stehe, ist die *Lust auf’s Lesen.

    Für mich ist es sehr frustrierend, gravierende Rechtschreibfehler ausgerechnet in der Zeitung zu lesen. Vor vielen Jahren bin ich, ganz naiv, davon ausgegangen, dass Journalistinnen und Journalisten die Grundlage ihres Berufs, also die Rechtschreibung, aus dem Effeff beherrschen. Leider werde ich da immer wieder eines Besseren belehrt. Wenn ich gelegentlich die Möglichkeit ergreife, Journalistinnen und Journalisten auf dieses Manko hinzuweisen, reagieren sie meistens sehr verschnupft und schieben die Schuld etwa auf die „überlastete Lektorin”. Wie wär’s damit, selbst ein wenig Verantwortung zu übernehmen? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass Journalistinnen und Journalisten rechtschreiben können? Offensichtlich bin ich heillos altmodisch. Rechtschreibfehler in renommierten Zeitungen und Zeitschriften finde ich auf Schritt und Tritt. Ganz oben auf der Negativ-Skala steht die österreichische Qualitätszeitung Der Standard, bei deren Lektüre ich vor allem bei der Kommasetzung oft den Eindruck habe, dass Schülerinnen und Schüler am Werk sind.

    Die Oberösterreichische Nachrichten ist eine Lokalzeitung. Auch hier besteht anscheinend Nachholbedarf bei der Rechtschreibung. Wie ich bereits vor langer Zeit ausführte, ergibt die Verbindung der Präposition auf und des Artikels das die Verschmelzung aufs, die wohlgemerkt ohne Apostroph geschrieben wird. Die Katze springt also nicht *auf’s Dach, sondern aufs Dach. Wir gehen nichts *in’s Haus, sondern ins Haus.

    Selbiges gilt auch für ans, durchs, hinters, übers, ums, unters, vors, am, beim, hinterm, im, überm, unterm, vorm, zum etc.

    Ausnahmen sind nur eher ungewöhnliche und/oder umgangssprachliche Wendungen wie z. B.  Wir treffen uns nach’m Essen. Wir gehen in’n Zirkus.

    Auch auf Twitter predige ich ständig, dass es nicht *danke für’s Folgen heißen darf, sondern danke fürs Folgen. Ganz abgesehen mal davon, dass das Ganze eine etwas gewöhnungsbedürftige Übersetzung aus dem Englischen ist. Vielleicht spricht es sich irgendwann herum. Ich bleibe zuversichtlich und bin ja mittlerweile schon richtig glücklich, wenn ich nicht *danke für’s folgen lesen muss.

  • Schönheit kommt nicht von Innen

    Geschrieben am 16. Oktober 2011 Dagmar Jenner Keine Kommentare

    Mit der Überschrift möchte ich nicht gegen den Zeitgeist anschreiben, sondern aufzeigen, dass die Großschreibung falsch ist. Erst vor kurzem sah ich eine wiederverwendbare Tragtasche der Drogerie-Kette dm, auf der in etwa Folgendes zu lesen stand: *Schönheit kommt von Innen … und aus dieser Tasche.

    Inhaltlich ist das ein sehr schöner Gedanke, nur orthografisch ist er nicht korrekt. Hier kommt die Erklärung, warum das falsch ist.

    Adverbien in Verbindung mit Präpositionen gelten nicht als substantiviert und werden kleingeschrieben:

    Beispiele:
    die Jugend von heute
    von gestern sein
    zwischen gestern und morgen
    Farbe für außen und innen

    Beim ersten Beispiel fällt vielleicht einigen der Buchtitel Die Welt von Gestern von Stefan Zweig ein. Orthografisch stimmt das nicht, weil es Die Welt von gestern heißen müsste. Ein richtig gutes Buch, das ich sehr empfehlen kann, ist es allemal.

    Da wir es bei *Schönheit kommt von Innen mit einer Präposition (von) und einem Adverb (innen) zu tun haben, wäre die korrekte Schreibweise diese hier: Schönheit kommt von innen … und aus dieser Tasche.

    Sobald ein Artikel vor dem Adverb steht, gilt natürlich die Substantivierung und damit die verpflichtende Großschreibung.

    Beispiel:
    Das Hier und Heute zählt.

  • Wundersame “Kostpaarkeiten”

    Geschrieben am 29. September 2011 Dagmar Jenner 10 Kommentare

    kostpaarkeitenNun gut, vielleicht handelt es sich hier um eine dermaßen clevere Anzeige (gefunden in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard”), dass ich nicht in der Lage bin, die sprachlichen Subtilitäten zu verstehen. Vielleicht verbirgt sich tief zwischen den wenigen Zeilen Text eine pfiffige Anspielung auf das Wort Paar. Vielleicht kreist auch der ganze Text um das Thema Paar und Zweisamkeit, und ich bin einfach nur zu unbedarft, um das zu kapieren.

    Es wird auf Interviews im Buch hingewiesen. Auch wenn die normalerweise zu zweit stattfinden, wäre die Verbindung zu Paar hier etwas weit hergeholt. Dann ist noch von Genuss zu Hause die Rede, der aber natürlich nicht nur zwei Menschen umschließen muss. Auch hier ist der Bezug zu schwach, um den Neologismus Kostpaarkeiten zu rechtfertigen.

    Vielleicht besteht aber auch die klitzekleine Möglichkeit, dass in dieser Anzeige des nicht unbekannten Verlages maudrich allen Ernstes das Wort Kostbarkeiten in der unbeabsichtigt originellen Schreibweise *Kostpaarkeiten verwendet wird. Ist es ein Scherz für Eingeweihte? Oder schlicht und ergreifend der Gipfel der Peinlichkeit? Was meint ihr?