Brot-und-Butter-Themen?

Bread And ButterHeute in der Früh stach mir in der Zeitung eine Aussage über die Brot-und-Butter-Themen der jungen Wählerinnen und Wähler in Österreich ins Auge. Angeblich interessieren sie sich in erster Linie dafür, ob sie einen Job bekommen und ob sie Studiengebühren bezahlen müssen. So weit, so gut.

Während ich die Durchkoppelung mit Bindestrichen ausdrücklich begrüße, habe ich den Eindruck, dass bei dem Ausdruck etwas nicht stimmt. Es scheint sich um eine wortwörtliche Übersetzung aus dem Englischen zu  handeln, wo ein bread-and-butter political issue sehr gängig ist. Gemeint ist da wie dort ein Thema, das ganz grundlegend und entscheidend ist.

Im Deutschen klingt das für mich (noch) sehr ungewöhnlich. Aber wer weiß, vielleicht setzt es sich durch. Wie geht es euch mit diesem Ausdruck?

Einschübe mit Gedankenstrichen

Dog ideaEine Frage für Fortgeschrittene ist die Verwendung von Gedankenstrichen bei Einschüben und die Handhabung der anderen Satzzeichen, konkret der Kommas. Hier die wichtigste Regel dazu:

Einschübe mit Gedankenstrichen verändern die sonstige Zeichensetzung nicht. Entfernt man den Einschub samt Gedankenstrichen, muss ein Satz mit korrekter Zeichensetzung übrig bleiben.

Er kam – man staune – um zwei Stunden zu spät.

Ich hoffe – und zwar sehr –, dass es dir besser geht.

Sie reisten überstürzt – keine Ahnung, warum – mit dem ersten Flugzeug ab.

Das war’s für heute … kurz und hoffentlich schmerzlos.

Spass gehabt?

dog with pencil and eraserIch habe ja schon oft gegen den Irrtum angeschrieben, dass das scharfe s mit der Rechtschreibreform abgeschafft wurde. Wurde es nicht. Es erfreut sich weiterhin bester Gesundheit und sorgt fröhlich für Verwirrung, sowohl bei jenen, die es im deutschsprachigen Raum (Ausnahme: Schweiz) verwenden, als auch bei jenen, die international damit konfrontiert sind und sich darüber wundern, was dieser eigenartige Buchstabe etwa im Wort Hauptstraße zu bedeuten hat. In Korrespondenz, die beispielsweise aus den USA kommt, lese ich bei der Empfängeradresse gelegentlich Hauptstrabe. Wer des Deutschen mächtig ist, hat keine andere Wahl (sofern sie/er Wert auf gute Rechtschreibung legt), als sich mit der korrekten Verwendung des ß zu beschäftigen. Hier noch einmal die Regeln im Überblick.

Das scharfe s kommt nach einem langen Vokal zum Einsatz. Vokale sind bekanntlich a, e, i, o, u. Wohlgemerkt kommt aber nur dort ein scharfes s zum Einsatz, wo wir überlegen müssen, ob es ein Doppel-s oder ein scharfes s sein muss. Bitte also nicht Hase oder lesen mit scharfem s schreiben! Nach einem stimmhaften s folgt nämlich nie ein ss oder ß. Beispiele: Floß, Begrüßung, Maße.

Das scharfe s kommt auch nach Diphthongen zum Einsatz. Was ist ein Diphthong? Ein Doppellaut, also etwa au, ei etc. Deswegen müssen wir etwa außer, heißen etc. schreiben. Auch hier gilt wie oben, dass dies nur auf Wörter zutrifft, bei denen wir zwischen Doppel-s und ß entscheiden müssen. Haus und Eisen schreiben sich etwa mit einem ganz normalen s.

Abschließend zum Wort hier in der Überschrift: Da die meisten Menschen Spaß mit langem a aussprechen, schreibt es sich mit scharfem s, also Spaß. Wer das Wort mit kurzem Vokal ausspricht, darf auch Spass schreiben. Diese Aussprache hatte ich bisher nur im Bundesdeutschen gehört. Der Duden meint, dass diese Aussprache in Österreich verbreitet ist, was ich allerdings eher bezweifle. Wie auch immer: Ich wünsche viel Spaß am heutigen Arbeitstag!

Guerilla-Marketing

SchokoIn letzter Zeit wird das martialische Wort Guerilla für eher pazifistische Zwecke eingesetzt: Immer wieder ist etwa von Guerilla-Marketing oder auch Guerilla-Gärtnern die Rede. Wenn es darum geht, das Wort zu schreiben, scheiden sich die Geister. Ich habe da schon alles Mögliche gelesen: *Guerila, *Guerilja etc. Letzteres erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass sogar die Aussprachefunktion des Duden auf CD-ROM das Wort mit [lj] ausspricht – vergleichbar etwa mit dem Namen der chilenischen Autorin Isabel Allende, die gerne mal [Aljende] ausgesprochen wird. Als des Spanischen Mächtige kann ich bestätigen, dass dies da wie dort die falsche Aussprache ist. Standardmäßig wird ein ll im Spanischen wie ein deutsches j ausgesprochen (die argentinische Aussprache lassen wir jetzt mal beiseite).

Nun, da wir die Aussprache geklärt haben, wenden wir uns der Schreibweise und auch der Etymologie zu. Das Wort guerrilla ist Spanisch und die Verkleinerungsform von guerra, was Krieg bedeutet. Verwendet wird das Wort aber im Deutschen für bewaffnete Gruppen, die keiner Armee angehören. Wer genau gelesen hat, wird merken, dass sich das Wort auf Spanisch mit zwei r schreibt. Logisch, wenn guerra mit zwei r geschrieben wird, muss auch die Verkleinerungsform, also guerrilla, mit zwei r geschrieben werden.

Im Deutschen ist dieses zweite r allerdings verloren gegangen und das Wort ist nur mit einem r im Duden verzeichnet. Das ist für Spanischsprachige wie mich schwierig, weil ich jedes Mal umdenken muss, wenn ich das Wort schreibe. Im englischen Wörterbuch wiederum ist das Wort in der korrekten spanischen Schreibweise vermerkt … verwirrend!

Was das Guerilla-Marketing betrifft, so kann kaum jemand genau beschreiben, was das eigentlich genau sein soll. Auf jeden Fall sind damit unorthodoxe Werbeformen gemeint, die gerne von kleinen Unternehmen eingesetzt werden, um mit wenig Aufwand viel Aufmerksamkeit zu erregen. Ob meine Schokoladen mit dem Firmenlogo eine Art des Guerilla-Marketing sind, sei dahingestellt, denn so wahnsinnig ausgefallen ist diese Idee dann auch wieder nicht. Aber eines ist sicher: Die Dinger kommen richtig gut an.

Kalt oder kühl

VerkühltAus gegebenem Anlass beschäftigen wir uns heute mit meinem gegenwärtigen Zustand: Ich bin verkühlt, was insofern sehr lästig ist, als ich am Mittwoch nach Brüssel fliege und am Donnerstag topfit sein muss. Du bist was?, werden sich jetzt einige fragen. Bundesdeutsch müsste ich sagen: Ich bin erkältet. Hier in Österreich wird erkältet zwar verstanden, aber nicht verwendet. Ich frage mich, wie das in nördlichen Gefilden ist. Überraschend ist auch, dass sich in Österreich (und wohl auch Süddeutschland) das entsprechende Adjektiv von kühl, im restlichen Sprachraum aber von kalt ableitet. Was das wohl zu bedeuten hat? Dass unsereins sogar ein kühler Luftzug umhaut, während es anderswo zumindest ein kaltes Lüftchen sein muss?

So oder so lasse ich es für heute gut sein, um mich wieder ausgiebig meinen Genesungsversuchen zuzuwenden … um mich auszukurieren, wie wir gerne sagen. Aber wer versteht das schon?