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Augen Braunzupfen gefällig?
Geschrieben am 24. August 2011 4 Kommentare
Gerade auf Geschäftsschildern finden sich ja häufig orthografische Grausamkeiten. Aber dieses Schild bei einem Frisörsalon bei mir um die Ecke in Wien schießt wirklich den Vogel ab: Es wird *Augen Braunzupfen offeriert. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Aber was ist, wenn die Brauen bzw. *Braun schwarz sind?Scherz beiseite: Es ist wirklich erstaunlich, dass so ein riesiges Poster in Druck geht, ohne dass jemandem der haarsträubende Fehler auffällt. Das zeugt meines Erachtens wieder einmal von der allgemeinen Gleichgültigkeit und/oder Planlosigkeit in Sachen Rechtschreibung. Die vom Frisörsalon wissen es offensichtlich nicht besser. Der Druckerei hätte es auffallen können, auch wenn das Korrekturlesen der eingereichten Drucksachen natürlich nicht zu deren Kernkompetenz gehört. Aber es wäre ein netter Kundendienst. Vermutlich hat sich aber auch dort niemand an *Augen Braunzupfen gestört. So nach dem Motto, das ich schon nicht mehr hören kann: Hauptsache verständlich.
Der Vollständigkeit halber: Korrekt wäre natürlich Augenbrauenzupfen. Die Substantivierung von Verben habe ich wiederholt behandelt, etwa hier.
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Schief laufen ist nicht gleich schieflaufen
Geschrieben am 9. August 2011 3 KommentareAm Wochenende las ich die Sonntagszeitung Presse am Sonntag, die ich wegen der zeitlosen Artikel und auch wegen der vergleichsweise guten Rechtschreibung sehr schätze. Diesmal fielen mir allerdings einige Fehler auf, vor allem in Zusammenhang mit der Zusammen- und Getrenntschreibung, wenn ein Adjektiv und ein Verb zusammenkommen.
Leider ist dies nicht einfach; daher wohl auch diese Fehler, die ich auch sehr häufig in anderen Publikationen finde.
Wir haben es hier mit Zusammensetzungen aus einem Adjektiv und einem Verb zu tun. Die Regel lautet folgendermaßen: Wenn der wörtliche Sinn des Wortes gemeint ist, wird getrennt geschrieben. Wenn aber der übertragene Sinn gemeint ist, muss zusammengeschrieben werden.
Demzufolge bedeutet schief laufen, dass jemand nicht gerade, sondern schief geht oder läuft. Wenn etwas wiederum schiefläuft, dann heißt es, dass die Dinge nicht so klappen, wie sich das die Beteiligten gewünscht hätten. Da die erste Bedeutung wohl sehr selten verwendet wird, können wir uns getrost merken, dass schieflaufen zusammengeschrieben werden muss (gilt für diejenigen, die keine Lust haben, sich die Regel einzuprägen).
Weitere Ausführungen zu diesem Thema gibt es hier.
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Wenn plötzlich niemand mehr sitzenbleibt
Geschrieben am 28. Juni 2011 2 KommentareIn Österreich wird derzeit wild darüber debattiert, ob es Schülerinnen und Schülern erlaubt sein sollte, mit drei negativen Noten dennoch in die nächste Klasse aufzusteigen. Gleichzeitig läuft ein Bildungsvolksbegehren, das unter dem Motto „Österreich darf nicht sitzen bleiben” steht und derzeit eher mäßigen Zuspruch erlebt.
Ob Leistung in der Schule mittlerweile ein Tabu-Thema ist oder sein soll, ist eine Streitfrage, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Orthografisch interessant ist bei diesem Thema, besonders knapp vor Schulschluss, die Schreibweise sitzen bleiben vs. sitzenbleiben. Wie erwähnt, firmiert das Bildungsvolksbegehren unter „Österreich darf nicht sitzen bleiben”. Es stellt sich die Frage, ob diese Schreibweise richtig ist oder ob das Organisationsteam mit dieser Leistung selbst eine Fünf bekommt.
Wir erinnern uns: Die Verbindung aus zwei Verben wird stets getrennt geschrieben, wie ich etwa hier ausgeführt habe. Beispiele: spazieren gehen, schreiben lernen, lieben lernen etc. Wenn allerdings das zweite Verb bleiben oder lassen lautet, dürfen wir auch, sofern der übertragene Sinn gemeint ist, zusammenschreiben.
Es ist eben nicht das Gleiche, ob jemand physisch an ihrem Platz sitzen bleibt oder ob jemand in der Schule sitzenbleibt, also nicht in die nächste Klasse aufsteigen darf. Um diesen Unterschied auch im Schriftbild zu betonen, darf beim übertragenen Sinn ausnahmsweise zusammengeschrieben werden. Allerdings ist die Getrenntschreibung der Verben natürlich auch beim übertragenen Sinn nicht falsch. Ich persönlich finde es besser, die unterschiedliche Bedeutung sichtbar zu machen. Insofern ist der Slogan „Österreich darf nicht sitzen bleiben” so oder so völlig korrekt. Da davon ausgegangen werden darf, dass der übertragene Sinn gemeint ist – dass also quasi Österreich auf jeden Fall in die nächste „Klasse” aufsteigen möchte – , würde ich hier die Zusammenschreibung bevorzugen.
Übrigens gilt die Regel natürlich nicht nur im Infinitiv, sondern auch bei den gebeugten Verbformen:
Trotz Aufforderung zum Aufstehen ist Peter einfach an seinem Platz sitzen geblieben.
Anna setzt alles daran, damit sie nicht in der 4. Klasse sitzenbleibt. [auch: sitzen bleibt]
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Kennen lernen oder kennenlernen: die salomonische Antwort
Geschrieben am 25. Januar 2011 3 KommentareIn meinem letzten Beitrag ging es um die Frage, wie geschrieben werden muss, wenn sich zwei Verben zusammentun. Wir erinnern uns: Prinzipiell wird getrennt geschrieben, wenn zwei Verben eine Einheit bilden. Das gilt sowohl für den Infinitiv als auch für die gebeugten Formen. Also so:
Ich möchte heute Nachmittag spazieren gehen.
Gestern Nachmittag sind wir spazieren gegangen.Das ist eigentlich auch schon alles, was es zu diesem Thema zu wissen gilt – für diejenigen, die sich nicht mit den Details belasten möchten. Für die anderen: Wenn der zweite Bestandteil bleiben oder lassen ist, kann bei übertragener Bedeutung auch zusammengeschrieben werden. Also etwa so:
Wenn er so weitermacht, wird er in der Schule sitzenbleiben.
Es stand noch die oft gestellte Frage im Raum, wie sich das Verb kennen lernen/kennenlernen schreibt. Die salomonische Antwort: Beide Schreibweisen sind richtig. Ich persönlich finde das nicht wahnsinnig konsequent, zumal ja weder bleiben noch lassen vorkommt. Ich würde empfehlen, dieses Verb anhand der eingangs beschriebenen Regel immer getrennt zu schreiben. Wer allerdings nur schnell wissen möchte, wie dieses Verb zu schreiben ist und sich keine Regel merken möchte: Beides ist erlaubt.
Achtung bitte bei der Substantivierung: Sobald ein Verb als Substantiv verwendet wird, wird es stets zusammengeschrieben und natürlich auch groß. Eine Substantivierung erkennen wir unter anderem an einem vorangestellten Artikel, Pronomen oder Adjektiv. Beispiele:
Wir freuen uns auf ein Kennenlernen.
Unser Kennenlernen verlief sehr harmonisch.Bitte schreiben Sie also keinesfalls Dinge wie:
* Bei gegenseitiger Sympathie ist ein kennen lernen nicht ausgeschlossen.
* Das Kennen Lernen anderer Kulturen ist sehr bereichernd.Falls es irgendjemanden tröstet: Fehler bei der Großschreibung von Substantivierungen kommen sogar bei Sprachprofis gar nicht so selten vor. Was niemanden daran hindern soll, sich die entsprechenden Regeln einzuprägen. Die Substantivierung gehört meines Erachtens zu den eher einfachen Gebieten der deutschen Rechtschreibung. Also nur Mut!
Details zur Substantivierung gibt es unter anderem hier und hier.
Weiterführende Fragen beantworte ich gerne – eher ungern beantworte ich mittlerweile Fragen, bei denen es lediglich darum geht, die beschriebene Regel auf einen vergleichbaren Fall anzuwenden. Mitdenken ist stets hoch im Kurs … -
Wenn sich zwei Verben zusammentun
Geschrieben am 18. Januar 2011 7 KommentareHeute widmen wir uns wieder einmal einem grundlegenden Thema, und zwar der allseits beliebten Getrennt- und Zusammenschreibung (da in den meisten Fällen entweder getrennt oder eben zusammengeschrieben wird, sollte sie eigentlich Getrennt- oder Zusammenschreibung heißen, aber das nur am Rande).
Bei der Getrennt- und Zusammenschreibung gilt es, auf die Wortart zu achten. Es hat also keinen Sinn, sich wahllos die korrekte Schreibweise beliebiger Wörter einzuprägen. Vielmehr ist es wichtig, die Verbindungen als aus dieser oder jener Wortart bestehend identifizieren zu können und dazu die passende Regel parat zu haben.
Heute sehen wir uns mal an, was passiert, wenn sich zwei Verben zusammentun. Verben werden gerne auch Zeitwörter genannt. Dazu gehören also Wörter wie schreiben, trinken, lachen, laufen, lesen usw.
Die Regel hier ist dankenswerterweise sehr einfach: Kommen zwei Verben im Infinitiv (also in der Nennform, das heißt nicht konjugiert) zusammen, muss getrennt geschrieben werden. Beispiele, analog zu oben: schreiben lernen, trinken gehen etc.
Ebenso verhält es sich etwa bei den folgenden Verbindungen: flöten gehen, schätzen lernen, spazieren gehen usw.
Die oben genannte Regel gilt auch bei zusammengesetzten Verbformen. Also etwa:
Ich habe die französische Literatur allmählich schätzen gelernt.Wird eine getrennt zu schreibende Verbindung wiederum in Partizipform (hier Partizip I) als Attribut verwendet, können wir zwischen der Getrennt- und Zusammenschreibung wählen:
Der spazieren gehende Mann grüßte freundlich.
Der spazierengehende Mann grüßte freundlich.Wer diese Info im Kopf hat, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wer’s genauer wissen will, kann gerne weiterlesen.
Bei der Verbindung aus Verb und Verb fällt auf, dass sehr häufig bleiben oder lassen an zweiter Stelle steht. In diesen Fällen ist auch die Zusammenschreibung erlaubt, aber nur dann, wenn die Verbindung im übertragenen Sinn verwendet wird:
Sie können das Kind dort sitzen lassen. (wörtliche Bedeutung; nur Getrenntschreibung erlaubt)
Sie möchte ihren Mann sitzenlassen. (übertragene Bedeutung; auch Zusammenschreibung erlaubt)Ausführungen zur sehr häufig auftretenden Frage kennen lernen vs. kennenlernen gibt es im kommenden Beitrag.
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Tief verschneite Weihnachten?
Geschrieben am 24. Dezember 2010 2 KommentareTief verschneite Weihnachten, das wäre doch was … Aber wenn ich es mir recht überlege: Tief verschneit kann eigentlich nur ein Wald, eine Stadt etc. sein, aber Weihnachten an sich eher nicht. Egal – sagen wir, dass es sich um einen übertragenen Sinn handelt. Oder so.
Wie dem auch sei: Inhaltlich stellt sich hier in Wien die Frage nicht mehr, weil der meiste Schnee leider geschmolzen ist. Aber wenn wir viel Schnee hätten, wie würden wir das schreiben? Tief verschneit oder tiefverschneit?
Passenderweise ist hier, bei der Verbindung von tief mit einem adjektivisch verwendeten Partizip, beides erlaubt. Gleiches gilt etwa für tief empfunden, tief erschüttert, tief greifend, tief liegend etc. Als zuammenzuschreibende Einheit werden allerdings die folgenden Wörter empfunden: tiefkühlen, tiefstapeln, tiefblau, tiefernst, tiefgründig, tieftraurig usw.
Angeblich soll es ja heute im Laufe des Abends in Teilen Österreichs noch schneien. In diesem Sinne wünsche ich hoffentlich tief verschneite oder auch tiefverschneite Weihnachtslandschaften!
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Ich laufe eis, aber ich esse Eis
Geschrieben am 21. Mai 2010 5 KommentareZugegeben: Bei der derzeitigen Witterung möchte ich mangels Sonne weder Eis essen noch mangels echter Kälte eislaufen. So oder so weist die unterschiedliche Schreibweise dieser beiden Verben auf das viel kritisierte Problem der “verblassten” Substantive hin. Wie ich an dieser Stelle schon öfter erwähnt habe, gibt es einige wenige Verben, in denen das Substantiv als “verblasst” gilt, etwa eislaufen, heimreisen, kopfstehen, teilnehmen, stattfinden usw. Während kaum jemand von uns in die Versuchung kommen würde, * Ich nehme Teil zu schreiben, geht es den meisten Menschen bei eislaufen anders – auch Profis lockt hier der Griff zur Shift-Taste, um Folgendes zu schreiben: * Ich laufe Eis. Korrekt ist: Ich laufe eis. Da der Infinitiv kleingeschrieben wird, muss natürlich das verblasste Substantiv, wenn es durch die Konjugation abgetrennt wird, ebenso kleingeschrieben werden.
Besonders schwierig wird es natürlich bei Verben, in denen ebenso das Substantiv Eis vorkommt, es aber in diesen Fällen nicht als verblasst gilt, also etwa Eis essen, Eis schlecken, Eis machen.
Am einfachsten merkt man sich deshalb die Grundregel, nach der nun in den allermeisten Fällen die Verbindung aus Substantiv und Verb als Wortgruppe betrachtet und deshalb konsequent getrennt geschrieben wird: Tennis spielen, Rad fahren, Klavier lernen, Maschine schreiben, Hof halten.
Die oben erwähnten Verben sind Ausnahmen. Dazu gehören etwa auch brandmarken, schlafwandeln, schlussfolgern, leidtun, nottun.
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Der Komm-her-Blick zur Was-ist-schon-dabei-Einstellung
Geschrieben am 5. Mai 2010 3 KommentareZugegeben, zwei solche Wortungetüme in einer Überschrift muten etwas eigenartig an. Dennoch kommt es gelegentlich vor, Formulierungen wie die Hauptsache-ich-bin-sympathisch-Denke oder diese Frau-verliebt-sich-in-Mann-Fantasie zu Papier zu bringen.
Wenn wir es mit Komposita zu tun haben, in denen das Verb substantiviert wird (etwa: es ist zum Aus-der-Haut-Fahren), wird das Verb großgeschrieben und bei mehr als zwei Bestandteilen werden Bindestriche gesetzt. Dieses Thema hatte ich bereits hier behandelt.
Wenn wiederum das Substantiv das so genannte Letztglied ist und sich andere Wortarten dazugesellen, dann ist die Regel denkbar einfach: Das erste Wort wird großgeschrieben, alle anderen werden so geschrieben, wie sie auch sonst geschrieben werden. Und das Substantiv natürlich sowieso groß. Das Ganze wird mit Bindestrichen verbunden und voilà – fertig ist das selbstgebastelte Kompositum, komplett mit Segen des Duden. Gutes Gelingen beim Ich-schaff-das-längste-Kompositum-Bewerb.
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Weiß wählen vs. weißwählen: doof und knifflig
Geschrieben am 22. April 2010 1 KommentarDas Wichtigste vorweg: Ich finde es völlig doof, bei der BundespräsidentInnenwahl auf dem Stimmzettel aus Protest niemanden anzukreuzen. Die politischen Meinungen anlässlich dieser Wahl am Sonntag gehen weit auseinander: Die einen raten dringend davon ab, die anderen empfehlen eben die Strategie, kein Kreuzchen zu setzen und den Stimmzettel “weiß”, also ungültig, einzuwerfen. Es stellt sich nur die Frage: Ist die korrekte Schreibweise weiß wählen oder weißwählen?
Da das Wort nicht im Duden verzeichnet ist, ist scharfes Nachdenken gefragt: Üblicherweise werden Komposita aus Adjektiv und Verb, die im übertragenen Sinne gemeint sind, zusammengeschrieben: schwerfallen [Aufgabe], freisprechen [vor Gericht], [Betrag] gutschreiben, schiefgehen [misslingen].
Wenn die wörtliche Bedeutung gemeint ist, wird getrennt geschrieben: schwer fallen [schwerer Sturz], frei sprechen [ohne Notizen], gut schreiben [korrekt schreiben], schief gehen [nicht gerade gehen]. Siehe auch diesen Beitrag.
In einigen Fällen ist beides erlaubt, etwa bei hart kochen/hartkochen, kaputt machen/kaputtmachen, sauber machen/saubermachen etc. Die etwas komplizierte Erklärung: Das Adjektiv darf nicht zusammengesetzt sein, das Verb darf nicht zusammengesetzt sein und das Adjektiv muss angeben, wie sich das Objekt des Verbs durch die mit dem Verb bezeichnete Tätigkeit verändert. Also: Das Ei hart kochen bzw. hartkochen und das Ei, also das Objekt, ist hart. So weit, so klar. Aber wo ist bei weiß wählen vs. weißwählen das Objekt, das sich durch ebendiese Tätigkeit ändern würde? Es wird zwar mit dem Stimmzettel gewählt, aber der wird beim Wählen schließlich nicht weiß, sondern er wird um ein Kreuzchen reicher – oder bleibt eben, wie er ist.
Die einzig denkbare Lösung für mich ist, auch wenn man weiß wählen oder weißwählen einfach synonym zu ungültig wählen verstehen könnte: Ich würde wegen der übertragenen Bedeutung zusammenschreiben, also weißwählen. Was meinen die anderen Sprachprofis zu dieser Frage?
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Warum ein Asche spuckender Vulkan ein aschespuckender Vulkan ist
Geschrieben am 19. April 2010 4 KommentareTreuen Leserinnen wird dieses Thema bekannt vorkommen – aber aus gegebenem Anlass sei dieser Klassiker hier erneut behandelt.
Handelt es sich bei dem Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen um einen Asche spuckenden oder um einen aschespuckenden Vulkan?
Die Antwort gleich mal vorweg: Beide Schreibweisen sind richtig. Und hier ist die Erklärung: Wenn sich ein Substantiv (also hier Asche) und ein Partizip (also hier spuckend) zusammentun, dann darf sowohl zusammen- und kleingeschrieben werden als auch getrennt und das Substantiv groß, ergo aschespuckend und Asche spuckend.
Das funktioniert allerdings nur bei Wörtern, bei denen im Vergleich zur “Langversion” ausschließlich das Relativpronomen eingespart wird:
Langversion: ein Vulkan, der Asche spuckt
Kurzversion: ein aschespuckender bzw. Asche spuckender Vulkan
Eingespart wird in der Kurzversion das Relativpronomen der. Ergebnis: Beide Varianten sind korrekt.Ganz anders sieht es bei diesem Beispiel aus:
Langversion: ein Berg, der mit Schnee bedeckt ist
Kurzversion: ein schneebedeckter Berg
Eingespart wird in der Kurzversion nicht nur das Relativpronomen der, sondern auch die Präposition mit. Ergebnis: Nur die Klein- und Zusammenschreibung ist korrekt.Mir ist klar, dass diese Regel einigermaßen schwierig und nicht leicht zu merken ist. Wer es sich einfach machen möchte, schreibt Verbindungen aus Substantiv und Partizip einfach immer klein und zusammen und ist damit auf der sicheren Seite. Aber bitte ohne Bindestrich!





