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Businessplan vs. Business-Plan
Geschrieben am 31. März 2010 Keine KommentareAus zwei Substantiven zusammengesetzte englische Wörter, die auch im Deutschen verwendet werden, richten sich grundsätzlich nach den Regeln der deutschen Orthografie. Dort lautet bei zusammengesetzten Substantiven die Regel, dass zusammenzuschreiben ist. Alternativ, der besseren Lesbarkeit halber, kann ein Bindestrich gesetzt werden. Also:
Businessplan, auch Business-Plan
Centrecourt, auch Centre-Court
Sciencefiction, auch Science-Fiction
Midlifecrisis, auch Midlife-CrisisWas gar nicht geht: Die Getrenntschreibung ohne Bindestrich, also * Business Plan, * Centre Court, * Science Fiction, * Midlife Crisis.
Etwas schwieriger wird es bei Zusammensetzungen aus Adjektiv oder Partizip mit Substantiv. Mehr dazu in Bälde.
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Von Marx-freundlichen und marxfreundlichen Ideologien
Geschrieben am 19. März 2010 3 KommentareKeine Sorge, besonders ideologisch geht es im heutigen Beitrag nicht zu! Vor nicht allzu langer Zeit postete ich über Komposita aus Substantiv und Adjektiv und schrieb, dass sie stets klein- und zusammengeschrieben werden müssten, also etwa balltauglich oder feuerfest. Eine aufmerksame Leserin machte mich allerdings darauf aufmerksam, dass es außer der im Post angeführten Ausnahmen noch eine weitere gibt: nämlich dann, wenn das Substantiv ein Personenname ist.
In diesem Fall können wir es uns aussuchen, ob wir Marx-freundlich mit Bindestrich oder marxfreundlich ohne Bindestrich, dann aber unbedingt klein und zusammen, schreiben. Der Duden erklärt dazu im Band 9, dass im Allgemeinen die Zusammenschreibung üblich ist, aber wenn der Name hervorgehoben werden soll, kann eben auch der Bindestrich gesetzt werden, also etwa auch eine Allende-belesene Lektorin oder ein Goethe-fester Student. Ob das stilistisch besonders gelungen ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Achtung: Diese Wahlmöglichkeit besteht nur dann, wenn es sich um einen einteiligen Eigennamen handelt. Kommt auch der Vorname dazu, muss “durchgekoppelt” werden: Karl-Marx-feindlich, Isabel-Allende-freundlich.
Wer sich nur eine Regel merken möchte, merkt sich am besten, dass Eigenname (egal ob ein-oder zweiteilig) plus Adjektiv mit Bindestrich geschrieben wird.
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Faschingsdienstag, Faschings-Dienstag, *Faschings Dienstag?
Geschrieben am 16. Februar 2010 Keine KommentareEs ist wieder so weit: Heute ist Faschingsdienstag und der will gefeiert werden! Aber bevor wir die Kostümierung anlegen, überlegen wir doch kurz, wie sich dieser Tag korrekterweise schreibt. In der Überschrift stehen drei Varianten. Ich hoffe sehr, dass euch die erste am besten gefällt und die letzte Variante gar nicht. Ein Sternchen davor bedeutet immer: falsch!
Wie ich immer wieder gerne wiederhole, werden zusammengesetzte Substantive im Deutschen in der Regel zusammengeschrieben. Bei besonders langen und unübersichtlichen Zusammensetzungen (auch Komposita genannt) kann auch ein Bindestrich gesetzt werden. Aber wenn ein so genanntes Fugen-s zwischen den beiden Wörtern steht (wie hier bei Fasching + Dienstag = Faschingsdienstag), wird die Zusammenschreibung ohne Bindestrich bevorzugt. Wer mag, kann auch Faschings-Dienstag schreiben. Der allgemeine Sprachgebrauch tendiert allerdings ganz klar zu Faschingsdienstag. Ganz falsch wäre *Faschings Dienstag, eben weil die Getrenntschreibung von zusammengesetzten Substantiven im Deutschen nicht möglich ist.
In diesem Sinne: viel Spaß am heutigen Faschingsdienstag!
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Nachtrag zu “Zusammensetzungen mit ’selbst’”
Geschrieben am 24. November 2009 1 KommentarIn meinem gestrigen Beitrag schrieb ich, dass Verbindungen aus dem Wort selbst und Partizip stets getrennt geschrieben werden müssen. So steht es im Duden-Übungsbuch auf Seite 58. Ein aufmerksamer Leser machte mich darauf aufmerksam, dass im Band 1 des Duden ebenso wie im Band 9 das Gegenteil steht: Beides ist laut dortiger Auskunft erlaubt - bei adjektivisch verwendetem Partizip, was in den von mir angeführten Beispielen der Fall war (selbst erstellte Website, selbst gebastelte Hütte, selbst ernanntes Genie).
In so einem widersprüchlichen Fall hilft nur noch die wohlgemerkt kostenpflichtige Duden-Hotline. Ich habe mich also in Unkosten gestürzt, um zu erfahren, dass das Duden-Übungsbuch unrecht hat und dass Verbindungen mit selbst bei adjektivischer Verwendung des Partizips zusammen- oder getrennt geschrieben werden dürfen. Die Dame an der Hotline bedankte sich für den Hinweis und wird diesen Widerspruch an die Redaktion weitergeben.
Weiterhin zusammen müssen die folgenden untrennbaren Verbindungen geschrieben werden:
selbstentzündlich, selbstklebend, selbstredend, selbstvergessen, selbstverständlich, selbstständig etc. -
Zusammensetzungen mit “selbst”
Geschrieben am 23. November 2009 1 KommentarHeute wieder mal ein Beitrag zum schwierigen Thema der Zusammen- oder Getrenntschreibung. Zusammensetzungen bestehend aus dem Wörtchen selbst und einem Partizip werden stets getrennt geschrieben, also z.B.
eine selbst erstellte Website
eine selbst gebastelte Hütte
ein selbst ernanntes GenieSelbstbewusst wiederum gilt als untrennbares Adjektiv und wird immer zusammengeschrieben.
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Die Qual der Wahl: “nochmal” und “noch mal”
Geschrieben am 9. Oktober 2009 3 KommentareIn meinem ausführlichen Artikel zur korrekten Schreibweise von Zusammensetzungen mit Mal bzw. mal habe ich ganz auf einen sehr naheliegenden Fall vergessen: Wie schreibt man nochmal? So oder doch lieber noch mal?
Die salomonische Antwort: Beides ist möglich - auch wenn z.B. die Rechtschreibprüfung von Word hartnäckig behauptet, nochmal wäre falsch. Einfach ignorieren! Es sind also z.B. beide der folgenden Varianten richtig:
Ich möchte nochmal schwimmen gehen, bevor der Herbst kommt.
Ich möchte noch mal schwimmen gehen, bevor der Herbst kommt.Aber Achtung: Das Adverb nochmals darf nur zusammengeschrieben werden:
Ich werde später nochmals vorbeikommen, weil derzeit niemand zu Hause ist.
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Wieder daheim, aber zu Hause/zuhause
Geschrieben am 1. Oktober 2009 Keine KommentareDie Rechtschreib-Expertin war auf Urlaub in Griechenland und hat sich dort nicht nur der Sonne, sondern auch sehr kreativer Übersetzungen aus dem Griechischen ins Englische erfreut; aber das nur am Rande. Nun ist sie wieder daheim oder auch zu Hause. Bei näherer Betrachtung dieser beiden Möglichkeiten, das traute Heim zu beschreiben, fällt auf, dass nach der neuen Rechtschreibung sowohl zu Hause als auch zuhause erlaubt ist, aber nur daheim und nicht etwa *da Heim. Wobei Letzteres zugegebenermaßen allein vom Schriftbild her etwas eigenartig anmutet.
Vor der Reform war nur die Schreibweise zu Hause erlaubt, aber mittlerweile ist auch zuhause in Ordnung. Bei daheim bleibt alles beim Alten: Eine andere Schreibweise als daheim war auch vor der Reform nicht zulässig. Wer es sich einfach machen möchte, merkt sich die beiden Wörter daheim und zuhause und ist damit in jedem Fall auf der heimisch-korrekten Seite.
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Von falschen Zwillingen
Geschrieben am 22. September 2009 1 KommentarDa ich selbst ein echter Zwilling bin (d.h. eine ebenso sprachbegeisterte Zwillingsschwester habe), ist es durchaus passend, wenn ich an dieser Stelle mal von falschen Zwillingen berichte. Was ich damit meine? Ich meine Wörter, die zwar aus den exakt gleichen Buchstaben bestehen, aber unterschiedlich geschrieben werden. Je nach Bedeutung getrennt oder zusammen. Leider werden diese falschen Zwillinge oft verwechselt und exakt falsch verwendet. Anbei also ein wenig Zwillingskunde:
soweit und so weit
Klingt sehr ähnlich, liest sich sehr ähnlich, hat aber einen deutlichen Unterschied in der Bedeutung. Soweit ist eine Konjunktion, also ein Bindewort, das einen Nebensatz einleitet. Das soweit schränkt die Aussage des übergeordneten Satzes vorsichtig ein:
Soweit ich das beurteilen kann, war die Prüfung sehr schwierig.In allen anderen Fällen wird so weit getrennt geschrieben. Es kann sich auf geografische oder geistige Entfernung beziehen oder auch auf andere Fälle:
Nun, da wir so weit gekommen sind, möchte ich nicht umdrehen!
So weit, so gut.
Es geht ihm so weit ganz gut.soviel und so viel
Hier verhält es sich sehr ähnlich wie bei soweit/so weit. Bei der zusammengeschriebenen Version haben wir es mit einer Konjunktion zu tun, die einen Nebensatz einleitet:
Soviel ich weiß, ist sie noch nicht angekommen.Alle anderen Verbindungen von so und viel werden getrennt geschrieben:
So viel kann doch niemand essen!
Sie verdient doppelt so viel wie ich.
Er hat so viel erlebt.sowie und so wie
Auch hier: Die Konjunktion sowie leitet einen Nebensatz ein und man schreibt sie zusammen. Hier hat sowie eine ähnliche Bedeutung wie sobald:
Sowie er nach Hause kam, schaltete er seinen Computer ein.Natürlich gibt es sowie auch in der Bedeutung von und. Hier wird zusammengeschrieben:
Es gab Äpfel, Birnen sowie Erdbeeren.Ansonsten dient das Korrelat so… wie einem Vergleich und wird dabei immer getrennt geschrieben:
Es kam so, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Achtung: Hier muss ein Komma zwischen so und wie stehen!
Merke: Konjunktionen, die das Wörtchen so enthalten, schreibt man zusammen! -
Wenn manchmal von Malen die Rede ist …
Geschrieben am 21. September 2009 2 KommentareNein, heute geht es nicht um das künstlerische Malen. Mit den Malen oben im Titel meine ich den Plural von Mal. Oft stellt sich die Frage, wie hier die korrekte Rechtschreibung lautet.
Es gilt zu unterscheiden, ob wir es mit dem Substantiv das Mal, mit der Angabe beim Multiplizieren oder der Verkürzung von einmal zu tun haben. Wenn das Substantiv klar erkennbar ist – vor allem durch die Beugung der beistehenden Wörter –, wird großgeschrieben:
dieses Mal, das nächste Mal, das eine Mal, mehrere Male, das erste Mal, hunderte Male, mehrere Male, von Mal zu Mal, manches Mal etc.
Klein wird geschrieben, wenn es sich um die Angabe zum Multiplizieren handelt: Zwei mal zwei ist vier.
Ebenso verhält es sich mit der Verkürzung von einmal: Nun mach mal halblang! Das werden wir mal sehen.Ein bisschen kompliziert wird es bei der Unterscheidung zwischen Getrennt- und Zusammenschreibung. Wenn Mal klar als Substantiv erkennbar ist, gilt das oben bei der Großschreibung Erwähnte: Mal wird großgeschrieben und steht als eigenständiges Wort. Wenn Mal mit einem seiner beistehenden Wörter allerdings zu einem Adverb verschmolzen ist, wird klein- und zusammengeschrieben:
ein andermal [aber: ein anderes Mal], diesmal [aber: dieses eine Mal], einmal [aber: das eine Mal], zweimal, dreimal, keinmal, manchmal.
In Ausnahmefällen kann bei Betonung der beiden Wörtern auch hier getrennt und großgeschrieben werden, aber das kann verwirrend sein.
Also merke: Wenn das Substantiv klar erkennbar ist, wird groß- und getrennt geschrieben. Bei Adverbien wie einmal, manchmal, diesmal, keinmal etc. wird klein- und zusammengeschrieben, weil Mal hier nicht mehr als eigenständiges Substantiv gilt. -
Warum nur “angsterfüllt”, aber sowohl “Not leidend” als auch “notleidend”?
Geschrieben am 2. September 2009 3 KommentareWenn ein eigenständiges Substantiv und ein Partizip aufeinanderstoßen, kann man/frau sich in vielen Fällen zwischen der Getrennt- und Zusammenschreibung entscheiden:
die Not leidende Bevölkerung/die notleidende Bevölkerung
die Dienst habende Ärztin/die diensthabende Ärztin
die Deutsch sprechenden Touristen/die deutschsprechenden TouristenErklärung: In diesen Beispielen wird ein Relativsatz - also z.B. die Bevölkerung, die Not leidet - zu einer Partizipialkonstruktion verkürzt und wird zu Not leidende Bevölkerung/notleidende Bevölkerung. Dabei wird das Relativpronomen (hier: die) “eingespart” und das Ganze wird eleganter und griffiger.
Diese Unterscheidung ist wichtig, denn: Wird durch die Partizipialkonstruktion mehr als nur das Relativpronomen eingespart, muss zusammengeschrieben werden (und natürlich klein). Beispiele:
ein angsterfüllter Blick, weil bei der Wortgruppe ein Blick, der von Angst erfüllt ist, zusätzlich die Präposition von eingespart wird
die todbringende Seuche, weil bei der Wortgruppe eine Seuche, die den Tod bringt, zusätzlich der Artikel den eingespart wird
der schneebedeckte Berg, weil bei der Wortgruppe ein Berg, der mit Schnee bedeckt ist, zusätzlich die Präposition mit eingespart wirdDas mag auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig klingen, ist aber mit ein bisschen Übung und Geduld gut umsetzbar.
Sobald sich ein so genanntes Fugenzeichen (der Buchstabe s oder n) zwischen dem Substantiv und dem Partizip einschleicht, muss sowieso immer zusammengeschrieben werden:
die erholungssuchenden Touristen
die gnadenbringende Weihnachtszeit
eine lebensrettende MaßnahmeWer sich’s ganz einfach machen möchte, schreibt bei Substantiv und Partizip einfach stets klein und zusammen und ist somit auf der sicheren Seite: notleidend, deutschsprechend, schneebedeckt, lebensrettend.
Übrigens: Verbindungen aus verblassten Substantiven und Partizip schreibt man sowieso immer klein und zusammen: eisgelaufen, teilnehmend, stattfindend.





